: Pech für Papa
Palermo (epd) – Weil er zu streng mit ihnen umging, haben drei junge Sizilianerinnen ihren Vater mit der erfundenen Anklage des sexuellen Mißbrauchs ins Gefängnis gebracht. Die zwischen 17 und 19 Jahre alten Mädchen aus Isola delle Femmine bei Palermo hatten behauptet, ihr Vater habe sie jahrelang vergewaltigt. Der Sizilianer, ein 44jähriger Seemann, kam sofort in Untersuchungshaft, wo er unter Unschuldsbeteuerungen innerhalb von fünf Monaten 40 Kilo an Gewicht verlor. Sein Anwalt veranlaßte eine gynäkologische Untersuchung der Töchter, die ergab, daß zwei von ihnen noch Jungfrau waren. Die jungen Frauen gestanden daraufhin, die Geschichte des sexuellen Mißbrauchs erfunden zu haben. Ihr Vater sei zu streng mit ihnen gewesen, deshalb hätten sie sich auf diese Weise von ihm befreien wollen. Nach dieser Erklärung wurde der Vater umgehend freigelassen. Die Mädchen wurden wegen Verleumdung angeklagt.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen