piwik no script img

Lieber Günter Ettling,

■ betr.: Kasernen zu Sozialwohnungen, Leserbrief vom 28.10.94

die Hartnäckigkeit, mit der die Bundeswehr seit Jahrzehnten an dem Brauch festhält, ihre Kasernen nach Hitlers Generälen zu benennen, ist nicht nur schwer zu verstehen. Sie ist auch schwer zu ertragen. Immer wieder wird darauf hingewiesen, daß die Bundeswehr Kriegsverbrecher oder doch Soldaten feiert, die nichts gegen Kriegsverbrecher und Verbrechen unternahmen; immer wieder neue Generationen protestieren dagegen: die Bundeswehr rührt sich nicht. Man spürt aus den Kreisen der „Bürger in Uniform“ kaum einmal ein Erschrecken über die Taten der von ihnen geehrten Heroen, statt dessen folgt auf jeden Protest eine verstockte Verteidigung, die alles noch schlimmer macht. Die Bundesrepublik ehrt Generäle, die Adolf Hitler ewige Treue schworen und über Millionen von Leichen hinweg an diesem Eid festhielten. Die Bundesrepublik ehrt Soldaten, die Mörder waren.

Mit freundlichen Grüßen Arno Widmann

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen