Iran Safran und Wüste

Programm der Reise

für die Reise vom 19. Oktober bis 2. November 2019

Safran-Ernte Bild: Hartmut Niemann

1. Tag

Anreise mit Turkish Airlines von verschiedenen Flughäfen aus (mit Umstieg in Istanbul) nach Mashhad. Die Metropole im Osten Irans und seine zweitgrößte Stadt des Landes, liegt unweit der Grenze zu Afghanistan und ist der bedeutendste schiitische Pilgerort in Iran.

2. Tag

Frühmorgens Ankunft in Mashhad, Transfer zum Hotel. Danach besuchen wir die drei wichtigsten Sehenswürdigkeiten. An erster Stelle die riesige Anlage des Mausoleums von Imam Reza, des 8. Imams der Schiiten. Dieser wurde 823 hier beerdigt, woraufhin der Ort den Namen Mashhad erhielt („Ort des Märtyrers“) und sich als Pilgerort zur Millionenstadt entwickelte. Der ideale Ort also, um zwischen den zahlreichen Pilgerinnen und Pilgern ein Gespür dafür zu bekommen, was die schiitische Religiosität ausmacht.

Und es gibt zwei weitere interessante Schreine, die wir besichtigen werden: Das in der Safawiden-Zeit erbaute Grabmal für Khadjeh Rabi'i, einem Gefährten des Propheten Mohammad soll als Vorbild für den Taj Mahal gedient haben. Im nahe gelegenen Ort Tus besichtigen wir das Grabmal Ferdowsis, dem Autor des persischen Nationalepos Shahname („Königsbuch“), dessen Bedeutung auch für das heutige iranische Kulturgedächtnis nicht hoch genug geschätzt werden kann.

Das Mausoleum Khadje-Rab´i in Mashhad Bild: Orientexpress

3. Tag

Fahrt von Mashhad nach Neyshapour. In der Umgebung der alten Handelsstadt wird seit Jahrhunderten der wertvolle Türkis abgebaut, der Khorasan berühmt gemacht hat. Je nach Möglichkeit werden wir den Besuch einer solchen alten Türkis-Mine einrichten, wir werden dann auch die Gelegenheit haben, mit den Arbeitern vor Ort über ihr Handwerk zu sprechen.

Hiernach besuchen die Grabbauten zweier weiterer berühmter mittelalterlicher Autoren; des Dichterfürsten Omar Khayyam und des großen östlichen Mystikers Faridoddin Attar. In Neyshapour verbringen wir heute auch die Nacht.

4. Tag

Auf unserem Weg nach Ferdows genießen wir die raue Landschaft Khorasans. Außerdem legen wir unterwegs einen Zwischenstopp in Torbat-e Heydariyeh ein, wo wir uns den Schrein des Sufi-Meisters Qotboddin Heydar, nach welchem der Ort benannt ist, anschauen werden. Diesem angeschlossen in einer alten Karawanserei gibt es ein volkskundliches Museum, in dem auch lokales Kunsthandwerk angeboten wird.

Weiter geht es nach Ferdows. Die Kleinstadt, die früher Toon hieß, wurde bei einem Erdbeben 1968 schwer verwüstet, danach aber wieder aufgebaut. In Ferdows besichtigen wir die alte Freitagsmoschee und das ethnologische Museum sowie nach Möglichkeit eines der ausgedehnten Qanat-Wasser-Systeme, welche die Stadt seit jeher mit frischem Wasser aus den Bergen versorgen. Wir übernachten heute in Ferdows.

Der Golshan-Garten in Tabas: ein "Paradiesgarten" in der Wüste Bild: Archiv

5. Tag

Heute führt unsere Reise ins Herz der großen Kavir Salz-Wüste, die das gesamte Zentrum des iranischen Hochplateaus vereinnahmt. Auf unserem Weg besuchen wir den alten Wüstenort Boshruyeh und genießen ein lokales Gericht bei einer einheimischen Familie sowie ein kleines Highlight; das blühende Oasendorf Ezmeyghan inmitten der Wüste lädt zum Durchatmen ein, zu dieser Jahreszeit sind die Dorfbewohner außerdem eifrig dabei ihre Ernte einzuholen.

Wir übernachten im Dorf Esfahk, das wie die nahegelegene Provinzhauptstadt Tabas bei dem großen Erdbeben 1978fast vollständig zerstört wurde. Nachdem der Ort jahrzehntelang von Migration der jungen Bevölkerung nach Tabas oder Teheran betroffen war, ist er heute ein zunehmend bedeutsames Vorbild für den noch in den Kinderschuhen steckenden Öko-Tourismus Irans. Wir werden Gelegenheit haben mit den Initiatoren dieses Projektes über die Bedeutung des nachhaltigen Tourismus für das Land zu sprechen.

6. Tag

Schwerlich würde man vermuten, dass gerade die Umgebung von Tabas üppige Vegetation und interessante geologische Formationen bietet. Doch tatsächlich wird die Region derzeit in einen Geo-Park umgewandelt. Wir nehmen uns einen vollen Tag lang Zeit, die Umgebung zu erkunden.

Erstes Ziel ist die in einem schroffen Bergtal gelegene Quelle Morteza Ali mit einem historischen Staudamm aus der Safawidenzeit. Beim Waten durch das Wasser bemerken wir teils beträchtliche Temperaturunterschiede, wie kommt das? Weiter fahren wir zum Kal-e Jenny, dem „Tal der Jinnen“, einem tief ausgewaschenem engem Tal mit alten Kulthöhlen und erodierten Felsformationen. Später besuchen wir außerdem den wunderschönen Paradiesgarten Golshan in Tabas und genießen einen Snack in der alten Karawanserei des Wüstenortes Deyhuk. Abends Rückfahrt zur Herberge nach Esfahk.

7. Tag

Das Zupfen der Safran-Fäden Bild: Orientexpress

Weiter führt unsere Reise nach Birjand, der Hauptstadt von Süd-Khorasan. Sie spielte im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Grenzregionen nach Osten und verfügte schon in dieser Zeit über eine höhere Schule, die Showkatiyeh-Schule. Deren Gemäuer besichtigen wir ebenso, wie das alte Fort, das über der Stadt thront.

Zeit zum Durchatmen finden wir bei einem Gang durch den Akbariyeh-Garten (UNESCO-Weltkulturerbe). Auch den ehemaligen Gouverneurspavillon „Kolah-e Farangi“ besichtigen wir. Übernachtung in Birjand.

8. Tag

Wir unternehmen einen Tagesausflug in die Umgebung: zunächst fahren wir in das Dorf Moud, in dem landesweit bekannte Teppiche mit einem markanten Blumenmuster geknüpft werden. Im Anschluss besuchen wir ein weiteres spannendes Dorf: Furk. Mit seiner mächtigen alten Festung, die hoch auf einem Felsen thronend die Grenzregion zu Afghanistan sichern sollte und seiner gut erhaltenen Altstadt mit einer kleinen aber bemerkenswerten Freitagsmoschee, bietet der Ort ein wunderbares mittelalterliches Ensemble. Aber nicht nur das, umgeben von weitläufigen Berberitzenfeldern ist Furk ebenfalls ein wichtiger Ort der iranischen Produktion dieser roten Beere.

Am Abend fahren wir wieder nach Birjand zurück, zum Abendessen und Übernachten.

Felsformationen in der Wüste Lut Bild: Archiv

9. Tag

Heute heißt es früh aufstehen: wir fahren nach Qa‘en, ins Zentrum des iranischen Safrananbaus. In der Umgebung der Stadt, in abgelegenen Bergtälern, wird das „rote Gold von Khorasan“ angebaut. Geerntet wird noch vor Sonnenaufgang, um die beste Qualität zu sichern. Anschließend frühstücken wir in einem Dorf und sehen, wie die Safranfäden gezogen werden.

Unterwegs werden uns sicherlich auch die zahlreichen Geschäfte, in denen das teure Gewürz verkauft wird, auffallen. Bevor wir abends in unser Hotel zurückkehren, besuchen wir noch den kleinen, aber quirligen Basar von Birjand.

10. Tag

Unser Weg führt weiter gen Süden nach Nehbandan, dem Tor zur Wüste Lut mit vielfarbigen Gebirgsformationen, Sanddünen und den berühmten Kalouts, erodierten Felsformationen mit aufregenden Formen. Wir übernachten am Rande der Wüste beim Dorf Shafiabad in einem Wüstencamp.

Die vom Erdbeben zerstörte Stadt Bam wird wieder aufgebaut Bild: Hartmut Niemann

11. Tag

Den ganzen Tag nehmen wir uns Zeit für die Wüste Lut. Bei einer Exkursion werden wir die bizarren Felsformationen der Kaluts und die schier grenzenlose Leere der Wüste erleben –„Lut“ bedeutet Leere. Am Abend übernachten wir wieder in unserem Camp bei Shafiabad.

12. Tag

Aus der Wüste Lut geht es über Shahdad nach Bam. In Shahdad wurden 1968 bei Ausgrabungen die ersten Spuren einer Bronze-Zivilisation aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. in dieser Region gefunden. Was brachte die Menschen damals wohl dazu sich gerade hier niederzulassen?

Steingewicht aus den Ausgrabungen in Jiroft (3. Jahrtausend v. Chr.) Bild: Fabienkhan

 

Die rund 90.000 Einwohner zählende Stadt Bam (UNESCO Welterbe) war ehemals ganz aus Lehm gebaut, wurde jedoch von einem Erdbeben 2003 weitgehend zerstört. Heute zum größeren Teil wieder errichtet ist die Festung Arg-e Bam, die hoch über einem Palmenmeer auf einem Felsen thront. Nachmittags werden wir dort ankommen.

13. Tag

Von Bam geht es weiter nach Jiroft, dem Zentrum der antiken „Jiroft-Kultur“ deren archäologischen Funde aus der Bronzezeit erst 2001 entdeckt wurden und die einige Forscher bereits für eine der Städte aus der babylonischen Mythologie hielten. Wir besuchen das Museum mit den in der Umgebung gefundenen Stein-und Keramikgefäßen aus dem 3 Jt. v. Chr. und auch den Grabungshügel Konar Sandal in der Nähe.

Weiter geht es nach Rayen, einer Kleinstadt mit alter Zitadelle, auch vollständig aus Lehm erbaut, und in das Städtchen Mahan. In Mahan besuchen wir zunächst die Gartenanlage Bagh-e Shazde („Prinzengarten“), die am kahlen Hang des Jupar-Massivs gelegen, einen besonderen Eindruck von der Bedeutung des Gartens für die iranische Kultur vermittelt und zum UNESCO-Welterbe zählt.

Außerdem werden wir in Mahan die weihevolle Stimmung des Schreins des Mystikers Nematollah Vali genießen. Der Dichter und Gründer eines gleichnamigen Sufi-Ordens starb hier 1431 und sein Schrein ist heute eine bedeutende Pilgerstätte. In ihrer Nachbarschaft liegt auch unser traditionelles Hotel.

14. Tag

Auf unserem kurzen Weg nach Kerman besichtigen wir das Örtchen Jupar. Dort haben wir die Gelegenheit in das uralte Qanat „Gowhar Riz“ (UNESCO Welterbe) hinab zu steigen und nach zu empfinden, wie sich das Arbeiter mit einfachen Werkzeugen durch das Gestein gearbeitet haben.

In der alten Handels- und Provinzhauptstadt Kerman angekommen, sehen wir eindrucksvolle Bauten aus verschiedenen islamischen Bauepochen - darunter die Freitagsmoschee und den geheimnisvollen Kuppelbau Djabaliyeh. Auch dem quirligen und bunten Bazar Ganj Ali Khan aus dem 17. Jahrhundert mit der längsten Bazarstraße Irans statten wir einen Besuch ab. In Kerman existiert noch eine lebendige zarathustrische Gemeinde; wir besuchen das Museum der Zarathustrier sowie ihren Feuertempel. Am Abend Flug nach Teheran.

15. Tag

Von Teheran aus Rückflug in die Heimat am frühen Morgen mit Turkish Airlines. Weiterflug nach Deutschland von Istanbul.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 24. Januar 2019

Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.