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südwesterFragen der Wahrnehmung

Die Staatsanwaltschaft Flensburg hat knapp ein Jahr nach dem rassistischen Gegröle in der Sylter Pony Bar Anklage erhoben – gegen den Pantomimen, der sich mit gerecktem Arm und Zwei-Finger-Bärtchen zu Gigi d’Agostinos „L’amour toujours“ im Takt gewiegt hatte. Seine Kumpan:innen, die „Ausländer raus, Deutschland den Deutschen“ gesungen hatten, bleiben straffrei, denn: „Weder der Inhalt der Parolen noch die Gesamtumstände lassen den zweifelsfreien Rückschluss zu, dass gegen die betroffene Personengruppe nicht nur Vorbehalte und Ablehnung, sondern eine aggressive Missachtung und Feindschaft in der Bevölkerung erzeugt oder gesteigert werden sollten.“ Komisch, dem südwester geht es andersrum: Bei Finger-Hitlerbärtchen hat er immer Charlie Chaplin in „Der große Diktator“ vor Augen und muss lachen. Bei „Ausländer raus“ dagegen kann er kaum anders, als sich „Juden“ anstelle von „Ausländer“ vorzustellen. Ist nicht dasselbe? War es aber mal.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen