Die neue App der taz: Publizistische Pracht

Endlich eine neue taz App. Was kann sie, was kommt noch? Ein Gespräch mit Produktentwicklerin Lena Kaiser.

taz: Lena, in der taz reden seit Wochen alle nur noch über ein Thema – die taz App. Was ist da los?

Lena Kaiser: Mal durchgeatmet: Der nächste Freitag ist ein großer Tag für uns, für die taz: denn da kommt die neue App für das Smartphone raus. Mit ihr machen wir das Lesen der Tageszeitung auf den Ein- bis Zweihandcomputern und Telefonen übersichtlicher und komfortabler – und damit zu einem noch größeren Lesevergnügen. Diese App ist unsere Antwort der taz auf die sich verändernden Lesegewohnheiten. In der U-Bahn, im Bus oder in der Straßenbahn – überall lesen Leute auf dem Smartphone.

Ist die App eine Etappe zu dem, was wir Digitalisierung nennen?

Das lässt sich mit Fug und Recht so sagen, ja. Denn die neue App ist ein Grundstein für die tägliche taz von morgen. Mit dem Szenario 2022 hat sich die taz vorgenommen, sich unabhängig zu machen vom unzuverlässiger werdenden Druck und Vertrieb der täglichen Ausgabe. Mit der App kommen unsere Leser:innen immer und überall an ihre taz. Der Ärger über einen leeren Briefkasten entfällt.

Du bist nicht allein taz-Digitalentwicklerin?

Nein, natürlich nicht. Seit vielen Monaten hat ein Team aus Entwickler:innen, Pro­gram­mie­rer:in­­nen, Grafiker:innen und anderen tazler:innen auf diesen Tag hingearbeitet. Mit am Werk ist ­natürlich immer die ganze taz – und viele unserer Leser:innen. Denn wir haben die letzten Monate auch genutzt, um die Entwicklung noch stärker an den Wünschen unserer Leser:innen auszurichten. Und dabei wollen wir bleiben.

Ist denn mit der neuen App ein Unterschied zur bisherigen Digitaz bemerkbar?

Der Unterschied zur alten App liegt in der Präsentation der taz. Sehr stolz sind wir beispielsweise darauf, dass wir die Titelseite der taz mit ihrer publizistischen Pracht für kleine Bildschirme erneuert haben. Wir streichen die besonderen Stärken der taz also auch auf dem ­Telefon heraus und machen sie teilbar.

Auf welchem mobilen Gerät lässt sich die App am besten installieren – ja, ist die taz auf dem Smartphone gut lesbar?

Wir haben die neue App jetzt für die Betriebssysteme iOS und Android programmiert. Ein nächstes großes Projekt ist die App für das Tablet, mit der wir in den nächsten Monaten starten. Vielleicht ist diese Zwischenzeit eine tolle Gelegenheit für unsere Tablet-Leser:innen, sich, bis es so weit ist, einmal mit der Smartphone-App vertraut zu machen. Immerhin passt die taz mit ihr in die Hosentasche.

Steht in der taz über die App mehr als in der gedruckten taz?

Die Inhalte entsprechen denen der gedruckten Zeitung – zunächst. Die taz startet aber auch in den inhaltlichen Entwicklungsprozess, in dem wir die Inhalte der tageszeitungs-App auch weiterentwickeln und die technischen Möglichkeiten, die das Digitale bietet, ausnutzen wollen.

Jahrgang 1981, studierte u. a. Politikwissenschaft und Philosophie. Seit 2009 schreibt sie für die taz, volontierte bei der taz.nord, war dort anschließend Redakteurin, Chefin vom Dienst und Redaktionsleiterin. Seit 2019 ist sie Produktentwicklerin für die taz App.

Was schwebt euch außerdem vor?

Zum Beispiel, dass man sich Artikel vorlesen lassen kann, wie es jetzt schon bei der LeMonde diplomatique, die ja in unserem Haus mit erscheint, der Fall ist.

Und wie geht es weiter – was kommt nach der App?

Die App ist ein wichtiger Wegeschritt in die Zukunft, den wir fortan immer weiter ausgestalten werden. Bevor wir schauen, wie wir die taz in der App weiterentwickeln, bauen wir noch die pdf-Ansicht der Zeitungsseiten ein und kümmern uns um die App für das Tablet: Es sind bewegte Zeiten – und wir alle freuen uns, sie mitgestalten zu können.

Die Fragen stellte Jan Feddersen.