Der Berlin-Talk zum Flughafen BER: „Scheiße geplant und gebaut“

Der BER ist fertig – aber wofür wird er gebraucht? Berlins grüne Fraktionschefin Antje Kapek im Gespräch mit taz-Redakteur Bert Schulz.

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Als der Hauptstadtflughafen BER am 31. Oktober 2020 nach vielen Pannenjahren an den Start ging, lag seine Auslastung coronabedingt bei nur 20 Prozent des „Normalzustands“. Aber darf man sich eine Rückkehr dorthin angesichts der Klimakrise überhaupt wünschen?

Im Gespräch mit taz-Berlin-Ressortleiter Bert Schulz gibt Antje Kapek, grüne Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, unumwunden zu: „Es ist nicht mein Ziel, für mehr Flugverkehr zu sorgen.“ Allerdings sei eine Millionen verschlingende Dauerbaustelle genauso wenig tragbar wie die weitere Lärmbelastung durch den innenstädtischen Flughafen Tegel.

Für die Zukunft erhofft Kapek sich vom Land Berlin, dass es die Entgelte für Starts und Landungen ausreizt: „Fliegen ist bisher zu günstig, das muss einen angemessenen Preis haben.“ Von ihren Parteifreunden auf Bundesebene erwartet Kapek, dass sie sich im nächsten Wahlkampf klar positionieren: „Sie müssen sagen: Wir sind bereit, den Flugverkehr drastisch einzuschränken, und schaffen dafür gute Alternativangebote.“

„Wütend“ macht Kapek die Vorstellung, dass das BER-Desaster noch lange die Haushalte belasten wird: „In einer Zeit, in der wir wegen Corona über Einsparungen und Kürzungen reden, werden wir manch ein Frauen- oder Wohnungslosenprojekt nicht finanzieren können – weil wir einen Flughafen finanzieren müssen, der einfach nur scheiße geplant und gebaut wurde.“ | von CLAUDIUS PRÖSSER

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