Das Online-Bezahlmodell der taz: Jahresrückblick 2022

Wie lief es im letzten Jahr mit dem freiwilligen Zahlen? Was war los bei taz zahl ich? Antworten gibt es in unserem Jahresrückblick.

Foto: taz

taz zahl ich, 24.01.2023 | In jeder Krise ist das Bedürfnis nach der taz sehr stark. Das haben wir schon zu Beginn der Corona-Krise beobachten können, aber auch seit des russischen Angriffskriegs ist das so. Im März 2022 gab es so viele Zugriffe auf unsere Seite wie schon lange nicht mehr – für uns eine deutliche Rückmeldung, dass Berichte und Einordnungen der taz gebraucht und geschätzt werden, gerade im Kriegs- und Krisenfall.

Hochs und Tiefs

Mit dem Interesse stieg auch die Unterstützung. 1.142 Menschen haben sich allein im anmeldungsstärksten Monat März entschlossen, die taz mit einem regelmäßigen Beitrag zu unterstützen und kritischen Journalismus zu supporten. Im Sommer dann gab es Meldungen zur Nachrichtenmüdigkeit. Krieg, Klima, Corona – eine Katastrophenmeldung jagte die nächste, was bei vielen Menschen offenbar zu einer Art Sättigung geführt hatte. Diese sogenannte News Fatigue war aber kurz darauf wieder überwunden.

Seitdem war das Interesse am taz-Journalismus wieder gestiegen, jedoch zogen die Zahlen bei taz zahl ich nicht richtig mit. Dies hatte aus unserer Sicht vor allem mit der finanziell angespannten Lage seit dem Herbst zu tun. Inflation, steigende Kosten und Energiekrise führen dazu, dass die Menschen kein neues Angebot abschließen und vielen Bereichen zu sparen beginnen. Dafür haben wir natürlich größtes Verständnis, auch im Kündigungsfall. Für viele bot unsere flexible Beitragsgestaltung eine willkommene Möglichkeit, trotz finanzieller Schwierigkeiten weiterhin Teil der Solidargemeinschaft zu bleiben, indem sie statt zu kündigen ihren Beitrag reduziert haben.

Die Zahlen in 2022

Unsere Community wuchs im letzten Jahr etwas langsamer als in den Jahren zuvor. Insgesamt gab es 6.419 Anmeldungen zu unserem Solidar-Modell. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 hatten sich 10.168 Menschen angemeldet, im Jahr 2021 waren es 8.883. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl und 36 Prozent. Nimmt man jedoch den Jahresdurchschnitt aus allen Jahren seit dem Start von taz zahl ich, der bei 4.216 Neuanmeldungen im Jahr liegt, dann war das Jahr 2022 immer noch überdurchschnittlich erfolgreich.

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Im Mittel kamen dabei 36 Prozent über unsere mobile Version. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 26,8 Prozent. Diese Zunahme korrespondiert mit dem allgemeinen Nutzungsverhalten unserer Website, die nun überwiegend über Mobilgeräte aufgerufen wird statt von PC, Mac und Laptop. Der im Jahr 2022 bezahlte Durchschnittsbetrag liegt bei 5,87 Euro im Monat. Aktuell zahlen die Unterstützer*innen 5,89 Euro im Monat.

2.596 Menschen kamen „netto“ hinzu, wenn man die Kündigungen und ausgelaufenen Förderungen abzieht (3.780 in 2022). 2021 waren es mit 6.158 noch mehr als doppelt so viele, im ersten Jahr der Pandemie lag der Wert sogar bei netto 7.049 Neuanmeldungen. Auch hier ein weniger starker Zuwachs, sogar etwas unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, der bei 2.777 liegt. Lag die Zahl der Community im Januar 2022 noch bei 32.232 Unterstützer*innen, so stehen wir im Januar 2023 bei 35.344. Das ist immerhin ein Zuwachs um 9,6 Prozent.

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Die Gesamteinnahmen im Jahr 2022 belaufen sich auf 2.663.931 Euro. Im Jahr 2021 lagen sie zum Vergleich noch bei 2.325.670 Euro – ein Wachstum von 14,5 Prozent – und im Jahr davor bei 1.805.792 Euro. Zur Erinnerung: 2011, im ersten Jahr des Bestehens von taz zahl ich, hatten wir Jahreseinnahmen von 6.505 Euro. Nach elf Jahren sind die Erlöse also um das Tausendfache gestiegen – das können wir manchmal selbst kaum glauben. Über die regelmäßigen Beiträge kamen in 2022 2.449.774 Euro zusammen, durch spontane und einmalige Zahlungen konnten 214.151 Euro eingenommen werden.

Das Team und ein neues System

Auch im Maschinenraum des taz zahl ich-Teams ist im vergangenen Jahr viel passiert. Nach zweijähriger Entwicklungsarbeit sind wir im September 2022 auf ein neues System zur Verwaltung unserer Solidargemeinschaft umgestiegen. Für uns ein sehr aufregender Schritt, der glücklicherweise ohne große Komplikationen verlaufen ist – wir bedanken uns auf diesem Wege nochmal herzlich für das Verständnis und die Geduld in den wenigen Fällen, die dann doch nicht ganz fehlerfrei waren.

Mithilfe des sogenannten Customer Relationship Managements (CRM) ist es uns nun möglich, die Anliegen unserer Unterstützer*innen einfacher, schneller und kompetenter umzusetzen als zuvor. Nahmen bestimmte administrative Tätigkeiten früher ganze Arbeitstage in Anspruch, sind sie nun in wenigen Minuten erledigt. Neben dem Gewinn an Servicequalität können wir daher deutlich mehr Energie aufbringen, um noch mehr Menschen von unserem einzigartigen Bezahlmodell zu überzeugen.

Solidarische Finanzierung jetzt auch via Patreon

Wir glauben daran, dass die solidarische Finanzierung von Journalismus der beste Garant zur Wahrung der Unabhängigkeit und daher auch der Kritikfähigkeit der Presse ist. Zudem ist es der einzige Weg, den Zugang zu kritischer Berichterstattung nicht vom Portemonnaie der Leser*innen abhängig zu machen, denn jede*r zahlt nur so viel sie*er kann und damit gleichzeitig auch für andere.

Und auch die Zahlmethode sollte keine Rolle spielen. Für größtmögliche Flexibilität in der finanziellen Beteiligung haben wir in diesem Jahr eine taz zahl ich-Präsenz auf der Unterstützungsplattform Patreon eingerichtet. Durch das plattforminhärente Bezahlsystem ist es uns nun möglich, regelmäßige Zahlungen per Kreditkarte und PayPal anbieten zu können – ein lang gehegter Wunsch unserer Community, insbesondere derjenigen, die uns aus dem Nicht-EU-Ausland unterstützen möchten. Kennen Sie auch so jemanden? Sagen Sie es gerne weiter.

Wir bedanken uns herzlich bei allen langjährigen und neuen Unterstützer*innen, ohne die es die taz im Netz nicht gäbe.

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