Dakar - 10. Kunstfestival Partcours: Programm

zur Reise vom 25. Nov. bis 5. Dez. 2021

Graffiti auf einer Mauer in Dakar während der Dak'Art 2016 Bild: Eric van Grasdorff

Einen genauen Programm-Verlauf – also welche Ausstellungen und Performances des Partours-Festivals wir wann besuchen - können wir erst einige Monate vor der Reise zusammenstellen. Doch die Mischung aus Ausstellungsbesuchen und Treffen mit Künstler-, Politiker- und Wissenschaftler*innen kann bereits jetzt skizziert werden, wobei sich die Reihenfolge dieser Programmpunkte natürlich noch ändern kann.

1. Tag

Die Flugverbindungen werden erst einige Monate vor Reisebeginn feststehen. Bisher war nach der Ankunft in Dakar am Nachmittag und dem Transfer ins Hotel in der Innenstadt immer noch Zeit für einen Spaziergang in der Umgebung des Hotels. Abendessen mit Reiseleiter Ibou Diop.

2. Tag

Beim Frühstück lernt sich die gesamte Reisegruppe kennen; danach erläutert der Reiseleiter das Programm der kommenden Tage. Diesen ersten Tag nutzen wir, uns in Ruhe in Senegals Hauptstadt umzuschauen.

Nach dem Frühstück erkunden wir die Stadt bei einer Bustour in Begleitung von Babacar Mbaye Ndaak, einem Lehrer für Geschichte und Geographie, zugleich Märchenerzähler („Griot“) und Vorsitzender des Verbands senegalesischer Griots.

Stadtteilmarkt in Dakar Bild: Herby Sachs

Es geht vom Bahnhof im historischen Zentrum über den „Parc culturel” und das neue Museum der Zivilisationen in einem großen Kreis um das Zentrum herum durch die Stadtteile Ngor und Yoff, vorbei am Leuchtturm vom Cap Manuel, an der „Porte du Millénaire“ und dem Universitäts- Campus zur Moschee „de la divinité“ und dem „Denkmal der afrikanischen Wiedergeburt“.

Wir haben den ganzen Tag Zeit für diese Tour, die wir zum Mittagessen bei der Modedesignerin Lala Diop unterbrechen. Hier können Sie Stoffe und Kleider aussuchen bzw. maßgerecht anfertigen lassen. Danach setzten wir die Rundfahrt fort bis zum „Village des Arts“, ein Viertel in Dakar mit über 50 Künstler-Ateliers und Galerien. Am Nachmittag treffen wir dort den in Berlin lebenden senegalesischen Künstler Mansour Ciss Kanakassy, der uns dieses Künstlerdorf zeigt und dessen Geschichte erzählt.

Abendessen mit Prof. Maguèye Kassé (Germanist, Politiker und ehem. Kurator der Dak'art) und Diskussion über Geschichte der Kunst- und Kulturförderung im Senegal.

3. Tag

Dieser Tag steht ganz im Zeichen des Partcours-Festivals: nach dem Frühstück geht es zu Fuß zu nahegelegenen Ausstellungen in der Innenstadt von Dakar.

Beim Mittagessen treffen wir den Journalisten Mame Less Camara. Den Rest des Nachmittags schauen wir uns in der Nationalen Kunst-Galerie des Kulturministeriums die dortige Ausstellung an. Danach endete das gemeinsame Programm, am Abend steht für individuelle Erkundungen zur Verfügung.

Schneider in Dakar - Modedesign ist im Senegal eng mit der Künstlerszene vernetzt Bild: Herby Sachs

4. Tag

Am Vormittag treffen wir den Journalisten Tidiane Kassé. Er leitet das senegalesische Büro der panafrikanischen Internet-Plattform „Pambazuka“ und gehört zu den Intellektuellen des Landes.

Nach einer Mittagspause zieht uns wieder das Partcours-Festival in seinen Bann: wir schauen uns verschiedene Ausstellungen und Performances im Kulturzentrum „Raw“ an, einem „Zentrum für Kunst, Wissen und Gesellschaft“.

Beim Abendessen wird uns Prof. Mamadou Fall, der Leiter des Confucius Instituts in Dakar begleiten. Wir können mit ihm über die aktuelle Rolle Chinas in Westafrika diskutieren.

5. Tag

Am Vormittag bewegen wir uns teilweise mit den kleinen bunten Stadtbussen, die freundlicherweise „car rapide“ (Schnellbusse) genannt werden – in einigen zentralen Vierteln von Dakar wie Marché HLM, Medina und Marché Sandaga, Medina Rufisque und Guediawaye. Wir haben den ganzen Tag Zeit, gemeinsam und auch phasenweise individuell, in diesen populären Bezirken ein anderes Gesicht von Kunst und Kunsthandwerk kennen zu lernen.

Theatergruppe Kaddu Yaraax auf der Dak'Art 2016 Bild: Eric van Grasdorff

Sie werden hier junge Kuratorinnen und Kuratoren sowie Mitarbeiter*innen der Filminitiative Ciné-Banlieu treffen und Einblicke in deren Schaffens- prozess erhalten. Außerdem lernen Sie die Theatergruppe Kaddu Yaraax kennen und Musiker, die sich in der Bewegung „Y’en a marre“ engagieren.

6. Tag

Auch dieser Tag ist dem Besuch von Partcours-Ausstellungen gewidmet. Diesmal werden uns befreundete Künstler zu ihren Favoriten führen. Und wir schauen uns die Ausstellung in der Uni-Bibliothek an und besuchen das nahe gelegene Forschungsinstitut CODESRIA. Am Nachmittag treffen wir die Schriftstellerin Ken Bugul. Sie wird aus ihrem Werk lesen und mit der Reisegruppe diskutieren.

Beim Abendessen ist die Multimedia-Künstlerin Fatou Kandé Senghor unser Gast. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt hatte sie 2001 in Dakar die Waru Studios als Plattform für künstlerische Forschung gegründet, ein Forum für experimentellen Austausch unter der Verwendung neuester Technologien. Fatou Kandé Senghor, die auch als Regisseurin und Fotografin tätig ist, sieht die Kunst als bedeutendes Medium um die Zukunft Westafrikas zu gestalten.

Mulötimedia-Künstlerin Fatou Kandé Senghor Bild: Eric van Grasdorff

7. Tag

Gleich nach dem Frühstück gehen wir zum IFAN-Museum. Das 1938, also bereits in der Kolonialzeit gegründete IFAN-Institut (Abkürzung von: „Institut Fondamental d’Afrique Noire“) betreibt u.a. das älteste kunsthistorische Museum Westafrikas. Benannt nach einem der IFAN-Direktoren besitzt das /Musée Théodore Monod/ heute die größte und wichtigste Sammlung auf dem afrikanischen Kontinent zu Objekten westafrikanischer Provenienz.

Beim gemeinsamen Mittagessen treffen wir uns mit dem Schriftsteller und Filmemacher Moustapha. Er gehört zur aufstrebenden Generation senegalesischer Filmemacher; auch in der Literatur verfolgt er einen engagierten Ansatz für das künstlerische Schaffen. Am Nachmittag bietet sich der Besuch weiterer Vernissagen an (Monument de la Renaissance, Place du Souvenir, Maison des Anciens Combattants, Galerie le Manège/Institut Français).

8. Tag

Nach dem Frühstück besuchen wir das unabhängige Kunst- und Multimediazentrum Kër Thiossane. 2003 eröffnete Kër Thiossane mit Unterstützung der kanadischen Daniel Langlois Foundation for Art, Science and New Technologies einen digitalen öffentlichen Raum, mit dem Ziel, multimediale Techniken mit den traditionellen künstlerischen und kreativen Praktiken zu verbinden und interdisziplinäre Zugänge in der Kunst zu fördern. Zudem sollen Künstler*innen den Umgang mit Multimediatools erlernen können.

Auf der Insel Gorée vor Dakar, einst ein bedeutender Umschlagplatz des Sklavenhandels Bild: Herby Sachs

Nach einer Mittagspause fahren wir mit der Fähre auf die Insel Gorée vor der Küste Dakars. Wir beziehen unser Hotelzimmer und erkunden die kleine Insel bei einem Rundgang; auch hier werden sich Künstler und Galerien am Partcours-Festival beteiligen. Nach dem Abendessen in einem Restaurant erzählt Babacar Mbaye Ndaak, der uns zu Beginn der Reise bei der Rundfahrt in Dakar begleitet hatte, von der Geschichte des Sklavenhandels auf der Insel Gorée.

9. Tag

Am Vormittag besuchen wir mit Babacar Mbaye Ndaak die Attraktionen der Insel: das Museum im „Maison des esclaves“, das Museum zur Geschichte der Insel sowie das Mädchen-Gymnasium Mariama Ba. Am Nachmittag geht es nach Dakar zurück, wo wir uns wieder am Partcours-Angebot erfreuen können.

10. Tag

Der letzte Vormittag ist offen für individuelle Interessen. Mittags treffen wir uns mit Amadou Lamine Sall. Der 1951 in Kaolack geborene Lyriker und Künstler gilt als einer der bedeutendsten Dichter des zeitgenössischen französischsprachigen Afrikas. Leopold Senghor bezeichnete ihn als den talentiertesten Dichter seiner Generation.

Unterwegs in Dakar Bild: Herby Sachs

Danach müssen wir Abschied nehmen von Dakar, von den Vernissagen und Ausstellungen, vielleicht ist noch ein Besuch im Musée Boribana zu empfehlen, einem renommierten Museum für zeitgenössische Kunst. Am späten Nachmittag trifft sich die Reisegruppe zu einem Abschlussgespräch. Anschließend geht es zum Flughafen, in der Nacht starten die Flugzeuge nach Europa.

11. Tag

Sie erreichen bis zum frühen Nachmittag Ihre Heimatstadt.

Umstellungen und Änderungen im Detail möglich. Stand: 22. Oktober 2020