Diese Jugend von heute! Jeden Freitag erklären konservative Kleriker den jungen Leuten im Iran, wie verdorben sie sind. Ganz Unrecht haben die Geistlichen nicht: MTV ist immer noch angesagter als das islamistische Regime – Ahmadinedschad zum Trotz
Als verfügte Schiller über angelsächsischen Witz: Luk Perceval inszeniert „Maria Stuart“ an der Schaubühne Berlin. Aufregend, spannend, unterhaltsam und ohne Verlust der großen Konflikte
Den Zufall nutzen und Zähne zeigen: Nach 25 Jahren haben sich die britischen Industrial-Pioniere Throbbing Gristle reformiert. Ein Gespräch über die Nachteile der Geschichte, Individuation dank Camouflage und sanfte Strategien in Zeiten der Angst
Die Angst vor den Politikdarstellern: Platon und Jean-Jacques Rousseau fürchteten das Theater, weil es zwischen Darsteller und Rolle trennen lehrt. Das postdramatische Theater entdeckt gerade in dieser Differenz den demokratischen Kern des Theaters
Von den Landstraßen und den Kerkern lernen: Schriftsteller zu sein in der DDR – das war eine gesellschaftlich aufschlussreiche Situation. Thomas Brasch stellte sich ihr mit allen Konsequenzen
Poplinke, Live-Rock-’n’-Roller und Querdenkerposen: auf Spurensuche in der vermeintlichen Mehrheit links von der CDU. Über produktive linke Berührungsängste und die falsche Suche nach einem Wir
Einladung ins literarische Musterland: Südkorea ist Weltmeister im Erwerb von deutschen Lizenzen, von Thomas Mann bis Michael Ende ist fast alles übersetzt. Andersherum sieht es aber traurig aus – die Frankfurter Buchmesse soll das nun ändern
Bisher war Matthew Barneys „The Cremaster Cycle“ nur im Museum zu sehen, nun kommt er in die Kinos – ein Schauspiel der Allegorien und Verpuppungen, das am liebsten auf sich selbst verweist
Leer wie ein platt gerodetes Maisfeld: In „Broken Flowers“ gehen der Zen-Buddhismus-Flirt von Jim Jarmusch und der stoische Minimalismus von Bill Murray die schönste Verbindung ein. Sie spenden Trost den vielen, die alles im Leben verpasst haben, und huldigen dem schwerelosen Augenblick
Alle Bilder fließen, und jede Metamorphose ist möglich: Hayao Miyazakis neuer Animationsfilm „Das wandelnde Schloss“ besticht durch seine zeichnerische Virtuosität und seinen Reichtum an Ideen. Der Regisseur bekräftigt damit das hohe Niveau der Animes aus dem japanischen Ghibli-Studio
Der letzte Hippie und der erste Glamrocker: Als T.Rex öffnete Marc Bolan das weite Feld der Verwandlung. Die DVD „Born to Boogie“ bringt die Haupt- und Nebenfiguren der Zeit zurück
Literatur des Übergangs, kühl, raffiniert und ernsthaft: Rainer Merkel, Martina Hefter und Claudia Klischat sorgen mit ihren Büchern für die Ehrenrettung der jungen deutschen Gegenwartsliteratur
Dem schwarzen Amerika geht es so schlecht wie selten zuvor. Linke Bürgerrechtler üben sich angesichts dieser Situation in Selbstanklagen: Vor allem fehle es gegenwärtig an Führungspersonal. Und Toni Morrison wünscht sich gleich den Blues zurück
Erkundungen für die Präzisierung der Gefühle rund um einen Aufstand (9 und, puh!, Schluss):Über Voraussetzungen und Chancen einer konsequenten Historisierung der 68er-Bewegung
Der präsentabelste Führer des muslimischen Fundamentalismus: Caroline Fourest hat die Reden des islamischen Intellektuellen Tariq Ramadan analysiert. Sie wirft ihm Doppelzüngigkeit vor