der kommentar

Castro gestürzt!

Der kubanische Staatschef Castro ist gestürzt – Kuba kommt nicht zur Ruhe

Die Börse hat nicht reagiert, und auch die US-amerikanischen Streitkräfte bleiben vorerst in ihren Kasernen sitzen: Der von allen Kapitalisten sehnlichst erwünschte Sturz Fidel Castros hat weltpolitisch nicht das geringste Echo gefunden.

Dabei ist es völlig nebensächlich, dass Castros Sturz nicht etwa sein Ausscheiden aus der kubanischen Regierung zur Folge hat oder gar die Abkehr der kubanischen Staatsverfassung vom Sozialismus. Tatsächlich ist der Staatschef nur eine Treppe hinabgestürzt, nachdem er eine einstündige Rede vor Lehramtsstudenten gehalten hatte.

Und genau in letzterer Tatsache liegt die – von der Verfolgung politisch Andersdenkender auf Kuba einmal kurz abgesehen – skandalöse Missachtung der Bedürfnisse des kubanischen Volkes: Diese Menschen wollen einfach nur ihre Ruhe haben.

Castro ist berüchtigt für seine ausufernden, sich über Stunden ziehenden, geradezu mäandernden Redebeiträge. Wenn schon die Weltgemeinschaft nichts dafür tut, ihn wenn schon nicht zum Schweigen, so doch zu kürzeren Statements zu bringen, hat sich nun wenigstens der Weltgeist erbarmt und den alten Langweiler kurzerhand für seinen Sermon bestraft.

Die Freude darüber konnte jedoch nur kurz währen: Sofort nach seinem Sturz hatte Castro schon wieder ein Mikro in der Hand und redete auf seine Landsleute ein. Und so wird er weiter reden, reden und reden bis in alle Ewigkeit. Armes Kuba. ZUK