wortkunde

Wir sind Krautfresser!

Noch drei Tage, dann ist der Krieg vorbei! Was bleibt? Spöttische Spitznamen, die uns andere europäische Völker verpasst haben. Heute: England

Fritzs, Krauts, Huns, Jerrys – die Engländer sind unangefochtene Meister darin, fiese Spitznamen für die Deutschen zu erfinden. Die Deutschen-Kloppe hat in Großbritannien eine so lange Tradition, dass sie sogar einen eigenen Namen bekommen hat: „Krautbashing“. Hier sind keine langen ethymologischen Forschungen nötig.

„Krauts“ kommt von der angeblichen Vorliebe der Deutschen für Sauerkraut, „Fritzs“ von Fritz, „Huns“ von den Hunnen. Aber Jerrys? Ist von der Vorsilbe „Ger-“ in Germans abgeleitet. Es geht aber noch kreativer: „Goose Steppers“, wurden die Deutschen im Zweiten Weltkrieg genannt, weil sie im Stechschritt so steifbeinig daherstaksten wie Gänse.

„Sunbed Stealers“ dagegen hat ausnahmsweise nichts mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun, auch wenn er sich von einem mediterranen Scharmützel ableitet: Dieser Name bezieht sich auf die unsympathische Angewohnheit gewisser Touristen, sich im Morgengrauen auf Malle die Sonnenliegen mit Handtüchern zu markieren, um anschließend noch bis elf zu pennen.

Ein Verhalten, das sogar die Deutschen nicht sonderlich schätzen. In dem Fall müssen wir den Inselaff – sorry, den Engländern – Recht geben. JULIA BÜTTNER