DER RECHTE RANDWAS DAS AKTUELLE THEMA DER NPD IM NORDEN IST

Weniger Soziales, mehr Hass

In Hamburg versucht die NPD, die Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und Polizei in Altona für ihren Rassismus zu instrumentalisieren. „Über Jahrzehnte“ hätten „die Verantwortlichen viele Millionen Fremde ins Land gelassen“, schreibt die Partei auf ihrer Website. „Wovor wir stets gewarnt haben, jetzt ist es eingetroffen“, glaubt die Partei. Der vermeintliche Beleg: Es seien vorwiegend „junge Ausländer“ in die Auseinandersetzungen verwickelt gewesen, behauptet die NPD.

Vor der Bundestagswahl scheint die NPD im Norden ihre Strategie zu ändern: Ging es zuletzt in ihren Kampagnen um soziale Themen und lokale Probleme, hofft sie wohl nun, die gestiegenen rassistischen Ressentiments in der gesellschaftlichen Mitte nutzen zu können.

Im gesamten Norden sieht die NPD die „Rassenkämpfe“ kommen. Seit Wochen hetzt der Hamburger Landesverband auch gegen die Flüchtlinge aus Italien, die Kirchenasyl erhielten: „Eine Einweg-Flugkarte wird die Stadt ja wohl noch spendieren können.“ In Niedersachsen warnt sie vor der „Asylantenschwemme“, um sogleich auf Kosten und Staatsverschuldung hinzuweisen. Unter dem Motto „Asylantenheim? Nein Danke“ plant die NPD Mecklenburg-Vorpommern eine Landestour. In Schleswig-Holstein solidarisiert sich die NPD mit einer vermeintlichen „schweigenden Mehrheit“ auf der Insel Sylt, die sich gegen Flüchtlingsunterkünfte richtet und fragt: „Zerstören Asylanten die schöne heile Welt?“ Auf der Insel sollen Anwohner anonym eine Vermieterin bedroht haben, die der Gemeinde ein Haus für Flüchtlinge anbietet.

Auch wenn er in der jüngsten Zeit in den Hintergrund trat – neu ist dieser Kurs nicht: Schon 2007 hetzte die NPD auf ihrer Webseite: „Wir müssen unablässig bestrebt sein, unsere urdeutschen, mit unserem Blut und Boden verwachsenen Traditionen von allen Fremdübertragungen zu befreien“.

Hinweis: ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland