DER RECHTE RANDWAS DIE NPD ZUM UMGANG MIT „ASYLANTEN“ EMPFIEHLT

Mobilmachung per Faltblatt

„Sicher leben! Asylflut stoppen“, „Geld für Oma statt für Sinti und Roma“: Solche Plakate hängt die NPD im laufenden Bundestagswahlkampf auf. In Mecklenburg-Vorpommern geht die Hetze der rechtsextremen Partei noch weiter: Im Internet hat der Landesverband mit den Spitzenkandidaten Udo Pastörs und Michael Andrejewski einen „Leitfaden zum Umgang mit Asylanten in der Nachbarschaft“ im Angebot – zum Herunterladen, Ausdrucken und Verteilen.

„Zahlreiche kleine Städte und Ortschaften“ erlebten „eine regelrechte Asylantenflut“, heißt es darin, aber die Politik lasse die „Deutschen mit den Asylanten“ allein. Weshalb man nun die Handreichung ersonnen habe – um zu „helfen“.

„Ärger kann man mit jeden bekommen“, egal ob Deutscher oder „Asylant“ heißt es weiter. Und so könne „nächtliches Krakeelen“ natürlich auch von deutschen Nachbarn ausgehen. Seien „aber Asylanten die Ruhestörer“, sei es wichtig, sich „immer mit mehreren Nachbarn“ zu beschweren – um nicht als Einzelner als sogenannter Rassist „fertiggemacht“ zu werden.

Die „Übelwollenden unter den Ausländern“ könnten vor Gericht mit Erfolg behaupten, sie seien rassistisch beleidigt worden, weiß die NPD – ihre Empfehlung: „Wenn schon mit Asylanten reden, dann nur mit deutschen Zeugen“.

Eine weitere Empfehlung: „Bloß keine Geschenke machen“! Zwar riefen die „linken Gutmenschen und Heulsusen“ dazu auf, „armen Verfolgten“ zu helfen. Aber „was hierher kommt“, schreiben die Rechtsextremen, „war in aller Regel zu Hause Oberschicht“ und wolle noch mehr Wohlstand.

Diese Kampagne ruft Erinnerungen wach: Wenige Tage vor den Pogromen in Rostock-Lichtenhagen 1992 verteilte die Aktion „Rostock bleibt deutsch“ um den Ex-Hamburger Michael Andrejewski fast 100.000 Flugblätter – mit dem Appell: „Widerstand“ leisten „gegen die Ausländerflut“.

Hinweis: ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland