Kommentar von KLAUS WOLSCHNER zum Klinik-Streit

Klinik, nicht Wurstfabrik

„Wenn wir hier Wurst produzieren würden, dann könnte man mit Konkurrenten so umgehen. Aber es geht um Patienten“, das sagt Peter Erlanson, langjähriger Betriebsrat im Klinikum „Links der Weser“ (LdW), heute noch kritischer Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat.

Geno-Chef Diethelm Hansen regiert den kommunalen Klinik-Konzern mit eiserner Hand. Es geht um Geld – und um Macht, sonst nichts. Erfolgreiche Facharzt-Praxen, die in früheren Jahren von früheren Klinik-Chefs an die Häuser geholt worden waren, werden weggemobbt. Die Kooperation mit der Josefs-Klinik bezog sich darauf, dass Fachleute von dem kommunalen Klinikum Mitte als Bereitschafts-Dienst „ausgeliehen“ wurden für Notfälle bei Geburten. So einen Vertrag fristlos zu kündigen ist einfach unanständig. Wenn eine Charge Wurst nicht produziert werden kann, wäre das egal – aber eine ärztliche Notfall-Versorgung kann man so fristlos kündigen. Dem Gericht sei gedankt, das es das gestoppt hat!

Dünnhäutig, rücksichtslos, autoritär – das sind die Stichworte, die man hört, wenn man nach dem Führungsstil von Dietmar Hansen fragt. Die Kündigung des Kooperationsvertrages mit dem St. Joseph-Krankenhaus sollte diese Klinik erpressen, keine weiteren kooperierenden Facharztpraxen zuzulassen. Und sie sollte Schwangere erpressen, ins Klinikum Mitte zu gehen.