IRLAND: EINEN ANSTÄNDIGEN JOB FÜR EINEN UNANSTÄNDIGEN MANN

Nehmt Bono!

Bitte handeln Sie, Frau Merkel: Geben Sie dem Mann irgendeinen Job in Ihrem Kabinett, vielleicht als Arbeitsminister. Dann muss er Deutsch lernen und sich in die Materie einarbeiten. Er wäre für die nächsten Jahre beschäftigt und hätte keine Zeit für flachsinniges Geplapper. Die Welt wäre auf einen Schlag ein besserer Ort.

Die Rede ist von Paul Hewson, der unter dem albernen Künstlernamen „Bono“ mit seiner irischen Kapelle U 2 weltbekannt geworden ist. Doch statt sich damit zufriedenzugeben, beschloss der seichte Sänger, Gott und die Welt zu retten. Es gibt kein Thema, bei dem er nicht den Drang verspürt, heiße Luft beizusteuern. Afrika zum Beispiel. Seit Jahren geißelt Hewson westliche Regierungen, weil sie nicht genug Steuergelder für die Ärmsten der Armen herausrücken. U 2 hingegen, eine der reichsten Bands der Welt, haben ihr Musikunternehmen in die Niederlande verlegt, weil sie dort kaum Steuern auf Tantiemen zahlen müssen. Sie nennen das „Steuereffizienz“. Andere nennen es „Heuchelei“.

Endgültig zum Gespött machte sich Bono, als er im Oktober seine ehemalige Stilberaterin Lola Cashman verklagte, weil sie ihm angeblich seinen Cowboyhut gestohlen hatte. Sie wolle mit dem Leergutdeckel Geld machen, das ihm zustünde, argumentierte er und legte in seiner Geldgier noch eins drauf: Er forderte – gemeinsam mit anderen millionenschweren Musikern – Anfang des Monats die britische Regierung in einer ganzseitigen Anzeige in der Financial Times auf, das Copyright von 50 auf 95 Jahre auszudehnen. Glaubt die Knalltüte ernsthaft, dass im Jahr 2101 noch irgendwer irgendwo auf der Welt eine U 2-Scheibe auflegen wird? Da paart sich Dummheit mit Größenwahn.

Dazu passt auch Bonos Vorliebe, sich mit John Lennon zu vergleichen. Beide Musiker haben einen Song über jenen „Bloody Sunday“ geschrieben, an dem britische Fallschirmjäger 1972 in Nordirland 14 unbewaffnete Zivilisten ermordeten. Lennon gab damals aus Protest seinen Orden zurück. Bono sagt über sein Lied, dass es kein Protestsong sei.

Das sieht die Queen genauso. Sie lässt die singende Nervensäge übermorgen in Dublin zum Ritter schlagen. Frau Merkel, befreien Sie uns von diesem unanständigen Mann. Geben Sie ihm einen anständigen Job. RALF SOTSCHECK, DUBLIN