PRESS-SCHLAG

Eine Liga ohne Mandy

BOULEVARD Moderne Spielerfrau-Spielermann-Beziehungen leben von beidseitiger Eigenständigkeit. Das zeigt dann leider, wie langweilig die Kicker sind

„Erst mal ein vernünftiger Haarschnitt, und dann wird geheiratet.“ Beate Rehhagel war unerbittlich, wenn es um das Privatleben der Spieler ihres Manns Otto ging. Wer erfolgreich Fußball spielen will, braucht einen einwandfreien Seitenscheitel und eine ebensolche Lebensführung, basta! Nach den Spielen tauchte Beate dann gerne in der Kabine auf und tätschelte die nackten Popos ihrer Pantoffelhelden, wie Werders Exprofi Thorsten Legat in seiner Biografie enthüllte.

Aber ach, nur kurz, dieses Aufglimmen des Matriarchats in der Männerwelt Fußball. Der moderne Fußballprofi hat quietschbunte Schühchen an, gezupfte Augenbrauen und untertassentellergroße Protzuhren am Handgelenk – sie haben „den Style und das Geld, alles, was den Fotzen so gefällt“, wie es der Knuddelrapper Kay One sehr poetisch formuliert. Jener Kay One („Ich bin besser im Bett“) ist der Exfreund von Mandy Capristo, die wiederum jetzt die Exfreundin von Mesut Özil ist. Mandy hatte herausgefunden, dass Mesut heimlich SMS-Tuscheleien an die Exfreundin des Ex-Bayern-Profis Christian Lell, Melanie Rickinger, geschrieben hatte, die angeblich auch ein Ex-One-Night-Stand von Michael Ballack sein soll.

Nun will Kay One Mandy („ordentlich, treu, kann gut kochen“) zurück. Das Vor-Özil-Problem war ja nur, dass die Mandy so viele männliche Freunde hatte, was natürlich für Kay, der selbst gern mal eine andere knallt, unerträglich war.

Von Lothar Matthäus wissen wir jedoch, dass Fußballer, anders vermutlich als Rapper, ein großes Herz haben – im Falle Lothars für eine bestimmte Sorte sehr junger Osteuropäerinnen, denen dann mithilfe der guten Connections des fränkischen Charismatikers einer weltweite Modelkarriere nichts mehr im Wege steht. Das ist ja überhaupt der Trend. Die neue Generation der Spielerfrauen will auf eigenen Beinen stehen, ehrbare Berufe wie „Schmuckdesignerin“ ausüben. Oder auch Friseurin.

Wie Kathrin Gilch, die frischgebackene Exfreundin von Manuel Neuer.

Wer mag, kann sich in München im Hotel Bayerischer Hof beim „Premium-Friseur“ Arnoldy & Traub von ihr ein „Haarbad“ (mit Schneiden 50 Euro) verpassen lassen. Noch kurz vor der WM sagte Neuer im unvermeidlichen Bunte-Interview über seine Kathrin: „Sie ist nicht nur die süße Maus.“ Neuers Freiheitsdrang war aber schon während der Fußball-Weltmeisterschaft gut zu beobachten, und als er danach mit, wie es hieß, „Bikini-Schönheiten“ fotografiert wurde, fingen die Kundinnen im Bayerischen Hof an zu munkeln. Promisker Größenwahn als Trennungsgrund? Wohl eher nicht: Wahrscheinlich ist Manuel Neuer einfach nur eine trübe Tasse, wie so viele Profifußballer. Immer nur Training, Spiel und Couch. Das hält ja keine Frau aus.

Wer schon doof genug ist, Spielerfrau zu sein, sollte es dann auch richtig machen. So wie Beate Rehhagel, die ihren Otto in die Unselbstständigkeit geführt hat. „Ich weiß noch nicht einmal, wie viel Geld ich auf dem Konto habe, das regelt alles Beate“, frohlockt Otto. Eine schöne Zukunft für Kay One. FELIX SCHWADORF