DER RECHTE RANDWIE ZWEI HAMBURGER NEONAZIGRUPPEN ZU EINER WURDEN

Keine Konkurrenz

Cool und aktionistisch: Das selbstgedrehte Video zeigt, welches Image das „Hamburger Nationalkollektiv / Weiße Wölfe Terrorcrew Sektion Hamburg“ (HNK/WWT) anstrebt. Unter dem Titel „Hamburger Aktionswoche Volkstod stoppen“ sind Aktivisten an der Autobahnzufahrt Horner Kreisel zu sehen. Über eine Werbung für das Volksfest „Hamburger Dom“ hängen sie ein Transparent mit der Aufschrift: „Während du feierst, stirbt dein Volk“.

Gleich darauf zeigt der Film, wie sie in einer Einkaufspassage ein Transparent mit der Aufschrift „Wer hat uns verraten? Die Demokraten“ platzieren und Zettel („Wacht auf“) von einer Galerie werfen.

Die Mitglieder des HNK/WWT seien durchweg jung, sagt ein Mitarbeiter des Mobilen Beratungsteams Hamburg (MBT). Er schätzt ihre Zahl auf etwa 30 Personen. „Einen nachhaltigen Versuch, eine feste Struktur aufzubauen, beobachten wir nicht.“

Die „Weiße Wölfe Terrorcrew“ trat 2008 durchaus schon militant auf: Nach einer Grill-Feier lieferte sie sich im Hamburger Jacobi-Park eine heftige Auseinandersetzung mit der Polizei. 28 Personen wurden festgenommen, zwei Beamte schwer verletzt. Der Anführer kam für 14 Monate in Haft. Silvester 2009/2010 kam es zu einem gewalttätigen Übergriff von „Wölfen“ auf eine Afrikanerin.

Mit dem Haftantritt des Anführers ging die Aktivität vorerst zurück. Als er im Frühjahr 2011 frei kam, schlossen sich die „Wölfe“ mit dem „Nationalkollektiv“ zusammen, das Beziehungen in die Neonazi-Hochburg Tostedt unterhält. Die daraus entstandene HNK/WWT war bundesweit immer wieder bei Aufmärschen zu sehen.

Im Internet betont die Gruppe, nicht in Konkurrenz zu anderen Hamburger „nationalen Kräften“ zu stehen. Das MBT weist darauf hin, dass der aktuellste Netzeintrag vom 6. Oktober stammt. Gäbe es einen energischen Aufbau von Strukturen, geschähe im Netz wohl mehr.

Hinweis: ANDREAS SPEIT arbeitet als freier Journalist und Autor über die rechte Szene nicht nur in Norddeutschland