: Angst in der Nacht
■ V O R L A U F
(WDR, 22.35 Uhr) Der Mystery-Thriller Angst in der Nacht, den West3 zum Auftakt seiner kleinen Cornell -Woolrich-Reihe als deutsche Erstaufführung zeigt, entstand 1947 nach der Kurzgeschichte Nightmare, die Woolrich unter seinem Pseudonym William Irish veröffentlicht hatte.
Der junge Bankangestellte Vince Grayson gerät wie in Trance in einen seltsamen, achteckigen Raum mit Spiegeltüren und tötet dort bei einem Handgemenge einen Mann, dessen Komplizin spurlos verschwindet. Am nächsten Morgen glaubt Grayson an einen Alptraum, doch es mehren sich die Hinweise, daß das wüste Geschehen Realität war. Grayson verfällt in Panik, die ihn bis zum Selbstmordversuch treibt. Sein zunächst skeptischer, dann immer besorgterer Polizisten -Schwager Cliff Herlihy hilft ihm bei der Wahrheitssuche. Ein merkwürdiger Zufall verschlägt sie in ein Haus, in dem sie das Spiegelzimmer des Traums entdecken. Es stellt sich heraus, daß Grayson von seinem Nachbarn Lewis Belnap hypnotisiert wurde, um einen Mord zu begehen. Bei dem Versuch, den wahren Töter und Gattenmörder zu überführen, verfällt Grayson erneut den hypnotischen Fähigkeiten von Belnap und wird abermals zum willenlosen Werkzeug seiner Machenschaften...
Fran?ois Truffaut hat als immer wiederkehrende Elemente in Woolrichs Werken und ihren Filmversionen erkannt: „Traum, Verlust der Selbstkontrolle oder des Gedächtnisses, Ungewißheit der Vergangenheit. Wenn wir für einen Augenblick das Spiel der freien Assoziation spielen, dann fallen auf den Namen Woolrich die Worte Amnesie, Watte, weiße Nacht, Verband, Mondsüchtigkeit, Bündnis, Schleier, Schmerz, Zeitlupe, Angst, Vergessen.“
Im Anschluß um 23.45 Uhr: Cornell Woolrich: Lieblingsfarbe Schwarz
Francis M. Nevins, Woolrich-Biograph, über einen dicken Mann mit Kamera und einen dünnen Mann mit Schreibmaschine: über Alfred Hitchcock und Cornell Woolrich, den Autor von Das Fenster zum Hof, und über die mutmaßliche Herkunft seines Pseudonyms 'William Irish‘.
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