Dakar Kunstbiennale DAK'ART: Programm der Reise

zur 14. DAK'ART 2020, neuer Termin für 2022: 17. - 29. Mai

Ausstellung der Künstlerin Leila Adjovi aus Bénin auf der 13. Dak’Art 2018 Bild: Archiv

Diese Reise wird 2022 um 2 Tage verlängert: für eine Fahrt in die frühere Hauptstadt St. Louis im Norden Senegals, wo ebenfalls DAK'ART- Ausstellugen stattfinden.

Teilnahme nur für Geimpfte bzw. Genesene möglich (Details in: Preise und Leistungen)

1. Tag

Mit dem Brussel Airline-Flug landen Sie am Nachmittag in Dakar. Reiseleiter Ibou Diop wird sie am Flughafen empfangen. Transfer zum Hotel in der Innenstadt. Bei einem Spaziergang in der Umgebung des Hotels werden Sie viele Hinweise auf die 14. Kunstbiennale Dak’Art sehen, die in 2 Tagen beginnen wird. Abendessen mit Reiseleiter Ibou Diop.

Wer mit der portugiesischen TAP fliegt, kommt erst gegen Mitternacht auf dem Flughafen an, Transfer durch unsere Agentur ins Hotel, wo der Reiseleiter die Ankommenden begrüßt.

Stadtteilmarkt in Dakar Bild: Herby Sachs

2. Tag

Beim Frühstück lernt sich die gesamte Reisegruppe kennen; danach erläutert der Reiseleiter das Programm der kommenden Tage. Heute, ein Tag vor der Eröffnung der Biennale, ist genügend Zeit, sich in Ruhe in Senegals Hauptstadt umzuschauen.

Nach dem Frühstück erkunden wir die Stadt bei einer Bustour in Begleitung von Babacar Mbaye Ndaak, einem Lehrer für Geschichte und Geographie, zugleich Märchenerzähler („Griot“) und Vorsitzender des Verbands senegalesischer Griots. Es geht vom Bahnhof im historischen Zentrum über den Parc culturel und das neue Museum der Zivilisationen in einem großen Kreis um das Zentrum herum durch die Stadtteile Ngor und Yoff, vorbei am Leuchtturm vom Cap Manuel, an der Porte du Millénaire und dem Universitäts-Campus zur Moschee „de la divinité“ und dem Denkmal der afrikanischen Wiedergeburt.

Wir haben den ganzen Tag Zeit für diese Tour, die wir zum Mittagessen bei der Modedesignerin Lala Diop unterbrechen. Hier können Sie Stoffe und Kleider aussuchen bzw. maßgerecht anfertigen lassen. Danach setzten wir die Rundfahrt fort bis zum „Village des Arts“, ein Viertel in Dakar mit über 50 Künstler-Ateliers und Galerien. Am Nachmittag treffen wir dort den in Berlin lebenden senegalesischen Künstler Mansour Ciss Kanakassy, der uns dieses Künstlerdorf zeigt und dessen Geschichte erzählt.

Abendessen mit Prof. Maguèye Kassé (Germanist, Politiker und ehem. Kurator der Dak'art) und Diskussion über Geschichte der Kunst- und Kulturförderung im Senegal

Skulptur auf der Dak'Art 2018 Bild: Eric van Grasdorff

3. Tag

Dieser Tag steht ganz im Zeichen der Kunstbiennale: nach dem Frühstück geht es zu Fuß zum Grand Thèatre, wo die offizielle Eröffnungszeremonie der Dak’Art stattfindet. Anschließend gehen wir zur Vernissage der internationalen Ausstellung mit ihren Performances im ehemaligen Justizpalast.

Bei einem späten Mittagessen treffen wir den Journalisten Mame Less Camara. Den Rest des Nachmittags schauen wir uns in der Nationalen Kunst-Galerie des Kulturministeriums die Vernissage der Ausstellung „Hommages“ an und können danach im Rathaus am Empfang des Bürgermeisters von Dakar teilnehmen. Der Tag endet abends mit verschiedenen Performances zur Eröffnung des Biennale Dorfes.

4. Tag

Am Vormittag treffen wir den Journalisten Tidiane Kassé. Er leitet das senegalesische Büro der panafrikanischen Internet-Plattform „Pambazuka“ und gehört zu den Intellektuellen des Landes.

Nach einer Mittagspause zieht uns wieder die Dak’Art in ihren Bann: wir schauen uns verschiedene Ausstellungen und Performances im Kulturzentrum Raw an, einem „Zentrum für Kunst, Wissen und Gesellschaft“.

Beim Abendessen wird uns Prof. Mamadou Fall, der Leiter des Confucius Instituts in Dakar begleiten. Wir können mit ihm über die aktuelle Rolle Chinas in Westafrika diskutieren.

Theatergruppe Kaddu Yaraax auf der Dak'Art 2016 Bild: Eric van Grasdorff

5. Tag

Am Vormittag bewegen wir uns – teilweise mit den kleinen bunten Stadtbussen, die freundlicherweise „car rapide“ (Schnellbusse) genannt werden – in einigen zentralen Vierteln von Dakar wie Marché HLM, Medina und Marché Sandaga, Medina Rufisque und Guediawaye. Wir haben den ganzen Tag Zeit, gemeinsam und auch phasenweise individuell, in diesen populären Bezirken ein anderes Gesicht von Kunst und Kunsthandwerk kennen zu lernen.

Sie werden hier junge Kuratorinnen und Kuratoren sowie Mitarbeiter*innen der Filminitiative Ciné-Banlieu treffen und Einblicke in deren Schaffensprozess erhalten. Außerdem lernen Sie die Theatergruppe Kaddu Yaraax kennen und Musiker, die sich in der Bewegung „Y’en a marre“ engagieren.

6. Tag

Auch dieser Tag ist dem Besuch von Ausstellungen der Biennale gewidmet. Diesmal werden uns befreundete Künstler zu ihren Favoriten führen. Und wir schauen uns die Dak’Art-Ausstellung in der Uni-Bibliothek an und besuchen das nahe gelegene Forschungsinstitut CODESRIA. Am Nachmittag treffen wir die Schriftstellerin Ken Bugul. Sie wird aus ihrem Werk lesen und mit der Reisegruppe diskutieren.

Beim Abendessen ist die Multimedia-Künstlerin Fatou Kandé Senghor unser Gast. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt hatte sie 2001 in Dakar die Waru Studios als Plattform für künstlerische Forschung gegründet, ein Forum für experimentellen Austausch unter der Verwendung neuester Technologien. Fatou Kandé Senghor, die auch als Regisseurin und Fotografin tätig ist, sieht die Kunst als bedeutendes Medium um die Zukunft Westafrikas zu gestalten.

7. Tag

Gleich nach dem Frühstück gehen wir zum IFAN-Museum; dort werden die Ausstellungen der "Commissaires invités" (Gastkuratoren) eröffnet. Das 1938, also bereits in der Kolonialzeit gegründete IFAN-Institut (Abkürzung von: „Institut Fondamental d’Afrique Noire“) betreibt u.a. das älteste kunsthistorische Museum Westafrikas. Benannt nach einem der IFAN-Direktoren besitzt das Musée Théodore Monod heute die größte und wichtigste Sammlung auf dem afrikanischen Kontinent zu Objekten westafrikanischer Provenienz.

Die Sozialwissenschaftlerin und Genderforscherin Fatou Sow Sarr auf einer Diskussion der Dak'Art 2016 Bild: Eric van Grasdorff

Es nimmt regelmäßig an der Dak’Art mit Ausstellungen zeitgenössischer afrikanischer Künstler teil. Diese Ausstellungen der Gastkuratoren (Lou Mo, Salma Lahlou und Mlourad Montazami) ergänzen die internationale Ausstellung. Jede/r der drei präsentiert ein künstlerisches Projekts zum diesjährigen Thema der Dak‘Art.

Beim Mittagessen treffen wir uns mit dem Schriftsteller und Filmemacher Moustapha. Er gehört zur aufstrebenden Generation senegalesischer Filmemacher; auch in der Literatur verfolgt er einen engagierten Ansatz für das künstlerische Schaffen.

Am Nachmittag bietet sich der Besuch weiterer Vernissagen an (Monument de la Renaissance, Place du Souvenir, Maison des Anciens Combattants, Galerie le Manège/Institut Français), nach 21 Uhr finden zudem verschiedene Performances im „Village de la Biennale“ statt.

8. Tag

Nach dem Frühstück besuchen wir das unabhängige Kunst- und Multimediazentrum Kër Thiossane. 2003 eröffnete Kër Thiossane mit Unterstützung der kanadischen Daniel Langlois Foundation for Art, Science and New Technologies einen digitalen öffentlichen Raum, mit dem Ziel, multimediale Techniken mit den traditionellen künstlerischen und kreativen Praktiken zu verbinden und interdisziplinäre Zugänge in der Kunst zu fördern. Zudem sollen Künstler*innen den Umgang mit Multimediatools erlernen können.

Der traditionelle Märchenerzähler ('Griot') Babacar Mbaye Ndaak (rechts) auf der Insel Gorée im Gspräch mit einem Freund Bild: Herby Sachs

Nach einer Mittagspause fahren wir mit der Fähre auf die Insel Gorée vor der Küste Dakars. Wir beziehen das Gästehaus des internationalen Gorée Instituts und erkunden die kleine Insel bei einem Rundgang; auch hier beteiligen sich Künstler und Galerien an der Dak’Art.

Nach dem Abendessen in einem Restaurant erzählt Babacar Mbaye Ndaak, der uns zu Beginn der Reise bei der Rundfahrt in Dakar begleitet hatte, von der Geschichte des Sklavenhandels auf der Insel Gorée.

9. Tag

Am Vormittag besuchen wir mit Babacar Mbaye Ndaak die Attraktionen der Insel: das Museum im „Maison des esclaves“, das Museum zur Geschichte der Insel sowie das Mädchen-Gymnasium Mariama Ba. Am Nachmittag geht es nach Dakar zurück, wo wir uns wieder am Biennale-Angebot erfreuen können.

10. Tag

Der letzte Vormittag ist offen für individuelle Interessen. Mittags treffen wir uns mit Amadou Lamine Sall. Der 1951 in Kaolack geborene Lyriker und Künstler gilt als einer der bedeutendsten Dichter des zeitgenössischen französischsprachigen Afrikas. Leopold Senghor bezeichnete ihn als den talentiertesten Dichter seiner Generation.

Danach müssen wir Abschied nehmen von Dakar, von den Vernissagen und Ausstellungen, vielleicht ist noch ein Besuch im Musée Boribana zu empfehlen, einem renommierten Museum für zeitgenössische Kunst. Am späten Nachmittag trifft sich die Reisegruppe zu einem Abschlussgespräch. Anschließend geht es zum Flughafen, die Brussel Airlines startet um 22:30, die portugiesische TAP eine Stunde nach Mitternacht.

11. Tag

Mit beiden möglichen Flugverbindungen erreichen Sie bis zum frühen Nachmittag Ihre Heimatstadt.

Für 2022 wird die Reise 2 Tage länger, also 13  Tage geplant

Umstellungen und Änderungen im Detail möglich; Stand: 6.1.2020

Für den Senegal sind keine Impfungen erforderlich; was Sie in Bezug auf Impfungen beachten sollten, finden Sie in den Länderinformationen des Centrum für Reisemedizin (CRM) (www.crm.de/laender); die taz-Reise gehört in die Rubrik "Reisebedingung 3".