Kommentar von DOMINIC JOHNSON
Drei fast zeitgleiche Granatenanschläge auf belebten Plätzen zur Berufsverkehrszeit an einem Freitagabend - das ist Terrorismus. Es steht zu vermuten, dass die jüngste Anschlagserie in Ruanda auf das Konto der ruandischen Hutu-Miliz FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) gehen, und das wäre ein verheerendes Signal. In der FDLR versammeln sich die Verantwortlichen für Ruandas Völkermord.
In der gesamten Region des Afrika der Großen Seen steigt die politische Anspannung. Die FDLR ist durch die Verhaftung ihres Präsidenten Ignace Murwanashyaka in Deutschland und die Militärschläge gegen sie unter großen Druck geraten; zahlreiche ihrer Kämpfer lassen sich jetzt nach Ruanda repatriieren. Dort stehen im August Präsidentschaftswahlen an, bei denen eine Exiloppositionelle mit FDLR-Verbindungen gegen Tutsi-Präsident Paul Kagame kandidieren will.
Victoire Ingabire predigt Demokratie; aber sie spielt mit dem Feuer, wenn sie sich selbst als natürliche Vertreterin der Hutu als Opfer inszeniert. Die ruandische Staatsmacht antwortet mit gezielter Einschüchterung, und das politische Klima polarisiert in gefährlicher Weise. In diesem Zusammenhang sind Bombenanschläge ein probates Mittel der Eskalation.

Dominic Johnson ist Afrika-Redakteur der taz. Foto: taz
Aber nicht allein auf Ruanda kommen unruhige Zeiten zu. Schon im Juni wird in Burundi gewählt, weitere Urnengänge stehen dieses Jahr in Tansania an, 2011 in Uganda und der Demokratischen Republik Kongo und 2012 in Kenia. In all diesen Ländern setzen die Scharfmacher ethnische Spaltung und das Aufeinanderhetzen von Milizen als Machtmittel ein. Wer verteidigt jetzt in einer Region, die in den letzten beiden Jahrzehnten Millionen Gewaltopfer zu beklagen hatte, die friedliche Koexistenz der Völker?
Bei seinem Besuch in Israel hat Gauck die Merkel’sche Formel von der Sicherheit Israels als deutsche Staatsräson vermieden. Realpolitisch war das unklug. von Rafael Seligmann
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
09.03.2010 19:30 | Daniel Preissler
Herr Johnson, bitte lassen sie sich von den faschistoiden frankophilen Hutu-nahen Kommentaren hier nicht aus der Ruhe bring ...
09.03.2010 18:41 | Herr W
In Ruanda breitet sich wieder Angst und Unsicherheit aus. Auch wenn Kagames Regierung predigt, dass Hutu und Tutsi der Verg ...
06.03.2010 00:09 | Tony White
Liebe taz-Redaktion, sehr geehrter Herr Johnson, ...