• 06.10.2009

Das Artensterben ist auch deshalb so gefährlich, weil seine Folgen eben nicht absehbar sind.

Der Hamster und das Klima

KOMMENTARvon Heike Holdinghausen

  • 06.10.2009 23:15 Uhr

    von Jörg Urban:

    Bedrohte Tiere muss man dort schützen, wo sie natürlich vorkommen. Tiernamen wie Feldhamster, Felshase usw. suggerieren, dass der Lebensraum dieser Tiere landwirtschaftliche Nutzflächen sind. Das ist Unsinn. Diese Arten existierten lange bevor der Mensch Landwirtschaft betrieb. Oft sind es Steppenarten, die in das ursprünglich bewaldete Europa eingewandert sind.
    Der Schutz dieser Steppenarten verzerrt inzwischen die gesamte Naturschutzpolitik. Hunderte Millionen Euro werden europaweit für sogenannte Biotoppflege ausgegeben. Sehr oft bedeutet das einfach nur Gras mähen, an Orten an denen die Natur etwas anderes wachsen lassen will. Es ist die finanzierte Erhaltung künstlicher Steppen. Ein großes Problem dieser "Investitionen" in die Natur ist ihr Konsumcharakter. Jedes Jahr wird neues Geld für die Pflege gebraucht. Falls die Steuermittel einmal nicht mehr ausreichen um all diese landwirtschaftlich unattraktiven Wiesen zu mähen, werden sie sich natürlich wiederbewalden und all die Millionen, die für Biotoppflege ausgegeben wurden, haben sich in Luft aufgelöst.
    Wir sollten uns auf den Schutz der in Mitteldeutschland natürlich beheimateten Arten konzentrieren, mit dem vielen Biotoppflegegeld lieber Flächen kaufen, in eine Stiftung überführen und sich selbst überlassen. Die Natur wird dort das Richtige tun.
    Die Feldhamster, Feldlerchen usw. leben gut in ihren natürlichen Steppenlandschaften.
    Warum das augenfällig logische nicht getan wird, versteht jeder mit ein bischen Nachdenken: Das Geld soll bei Menschen ankommen, nicht bei der Natur.

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