piwik no script img

die wahrheitGott lässt grüßen

Seht, wie die Gestalt dort drüben

wacker uns entgegenwankt!

Unser Klaus, der alte Zecher,

hat auch gestern gut getankt.

Erst verließ ihn seine Liebste,

der Vermieter ihn vertrieb.

Nur der Kater, der von gestern,

Klausi spürts: O weh, der blieb.

Leer die Taschen, leer der Magen,

große Löcher in den Schuhn.

Langeweile gibt es reichlich,

nur die Leber hat zu tun.

Klausi muss nicht lange grübeln,

der Gedanke kommt ihm fix:

Wies bisher für ihn gelaufen?

"Bislang, großer Gott, lief nix!"

"Du da oben", lamentiert er,

"warum zog ich stets nur Nieten?

Sei kein Frosch und zeig mir hurtig:

Was hast du mir noch zu bieten?"

Fordernd blickt er in den Himmel,

vorwurfsvoll hebt er die Lider.

Wenige Sekunden später

saust auch schon die Antwort nieder.

Diese will dem Klaus nicht schmecken:

Kot am Kinn stimmt wenig heiter.

Froh ist nur die Produzentin:

Munter fliegt die Taube weiter.

"Immerhin - jetzt ist es amtlich.

Jeder soll es endlich wissen",

sagt sich Klaus, dann resümiert er:

"Kurz - die Lage ist beschissen."

Die Wahrheit auf taz.de

Die Wahrheit

ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit.


Die Wahrheit

hat den einzigartigen täglichen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.


Die Wahrheit

hat drei Grundsätze:

Warum sachlich, wenn es persönlich geht.

Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.

Warum beweisen, wenn man behaupten kann.

Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.



Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 290 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

3 Kommentare

 / 
  • F
    Feinfinger

    Die Welt, so klar am Morgen!

     

    Nach ausgeschlafenem Rausche,

    da streckt und reckt der Klaus die Glieder.

    Hinfort sind die kruden Gedanken,

    Frühstücks singt er atheistische Lieder.

     

    Danach lockt das weiche Kanapee,

    und die mit Harz wohlgefüllte Pfeife.

    Zur Erbauung der Griff zum guten Buche,

    bloß ab mit der ontologischen Seife.

     

    B. Russell der Autor, Lob des Müßiggangs,

    so lautet des guten Buches Überschrift.

    Die Schriften dieses weisen Mannes,

    befreien den Klaus vom religiösen Gift!

     

    Warum ich kein Christ bin, ist keine Frage.

    Und die Dreifaltigkeit ist nicht sonderbar,

    vielmehr ist sie eine übel paradoxe Plage.

    Schöpfung ohne Schöpfer ist doch wunderbar!

  • F
    Feinfinger

    Herrliches Gedicht! Herzlichen Dank an den Poeten!

  • EK
    Eugen Klewermann S.J.

    Ein Zeichen, ein Zeichen!

     

    Ach, der Klaus hat nicht verstanden,

    warum Kotkrümel ihn fanden,

    gilt die Taube doch nachhaltig

    als zumindest teildreifaltig.

     

    Sie bedient sich keines Pottes,

    und entleert die weißen Kütteln

    in Vertretung dieses Gottes

    nur, um Klausen aufzurütteln,

     

    dass vom Müßiggang er lasse

    und es endlich, endlich fasse:

     

    jeder Taubenscheiß

    ist ein Gottesbeweis.