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Kommentar Uni-UmzugPolitischer Autismus

Kommentar von

Marco Carini

Trotz - oder gerade wegen - Gundelachs Festlegung auf den Standort Kleiner Grasbrook ist die Uni-Verlagerung nicht wahrscheinlicher geworden.

W ollte sie den Umzug der Universität vom Rothenbaum zum Kleinen Grasbrook verhindern, Herlind Gundelach hätte alles richtig gemacht. Doch da die CDU-Senatorin das Gegenteil anstrebt, seit Beginn ihrer Amtszeit mit dem Insel-Standort liebäugelt, muss sie sich nun vorwerfen, vieles dafür getan zu haben, ihr favorisiertes Projekt zu verhindern. Durch kommunikative Apathie hat sie es geschafft, nicht nur die eingeschworenen Gegner eines Uni-Umzugs gegen sich aufzubringen, sondern auch die eigenen Reihen zu lichten.

"Viel Feind, viel Ehr" scheint Gundelachs Wahlspruch zu sein - und man ist gewillt, ihn durch den Zusatz "wenig Ertrag" zu komplettieren. Schon bei der Posse um "Raketen-Moni" agierte Gundelach gelinde gesagt unglücklich. Im Konflikt um den zukünftigen Uni-Standort aber beweist sie ein Krisen-Missmanagement, das politischem Autismus nahe kommt.

Trotz - oder gerade wegen - Gundelachs Festlegung auf den Standort Kleiner Grasbrook ist die Uni-Verlagerung deshalb nicht wahrscheinlicher geworden. Im Gegenteil: Gundelach hat es geschafft sich zu isolieren, indem sie mögliche Bündnispartner brüskiert hat, in der eigenen Partei und anderswo.

Fast scheint es so, als müssten nun sie und ihr treu ergebener Oberbaudirektor (oder ist es andersherum?) nun ganz alleine die Umzugskartons packen.

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Marco Carini Hamburg-Redakteur

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1 Kommentar

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  • HH
    Hergen Hillen

    In der Politik gibt es bekanntlich keine wahren Freunde, sonst hätten diese Freunde die Wissenschaftssenatorin vor diesem dummen und unglaubwürdigen Vorschlag gewarnt. Geradeso mit Ach und Krach hat sie die Wahl des Uni-Präsidenten über die Bühne bringen können, da droht ihr schon das nächste Ungemach. Anstatt nun erst einmal Ruhe walten zu lassen, sorgt sie erneut für Irritationen, die ihr zum Verhängnis werden könnten. Man möchte fast darauf wetten, dass die Tage von Frau Gundelach als Wissenschaftssenatorin gezählt sind. Es wäre nur konsequent, nach fast zwei Jahren konzept- und planloser Hochschulpolitik, die auf allen Ebenen zu Konflikten und Misstrauen geführt hat, den Rücktritt einzureichen und mit anderem Personal einen Neuanfang zu starten. Den Hamburger Hochschulen würde dieser längst überfällige Schritt sicherlich gut tun.