Der YouTube-Hit „Baby Shark“

Ein Hai geht um die Welt

Ein Kinderlied geht im Internet so ab, dass es auf Platz 32 in den Billboard Charts eingestiegen ist. Einigen Digital Natives könnte es bekannt vorkommen.

Drei Kuscheltiere in Form kleiner Haie

Dieses Bild gesehen zu haben ersetzt nicht, sich das YouTube-Video anzugucken Foto: ap

BERLIN taz | Hallo ihr Leute, die ihr euch Digital Natives nennt: Wem von euch sagt der Name Alemuel was? Na? Alemuel, die eigentlich Alexandra Müller heißt, hatte vor über zehn Jahren mal einen YouTube-Hit. Das Video hieß „Kleiner Hai – funny“. Kleiner Hai döp döp dö dö dö döp, großer Hai, döp döp dö dö dö döp. So geht der Text.

Gesprochen wird der von einer Frau, die auf einem grünen Sessel sitzt, mit ihrer Hand ein auf- und zuschnappendes Fischmaul darstellt und sich dabei so steigert, dass sie die Songzeilen am Ende schreit und die Arme auseinanderreißt. Das alles in der Filmmelodie „Der Weiße Hai“. Es ist wirklich wild, schaut es euch an.

Wahrscheinlich dachten die meisten Leute beim Gucken „Was hat sie denn für eine Klatsche?“ (Quelle: Kommentare), aber genau das funktioniert ja gerne mal in diesem Internet und schnell hatte das Video so enorm viele Aufrufe, dass Müller einen Plattenvertrag bekam. Unter das Lied wurde ein Disco-Beat gepackt und – zack! – stieg es auf Platz 25 der deutschen Charts ein.

Warum diese Geschichte relevant ist? Weil es jetzt den „Baby Shark Dance“ gibt, Baby shark doo doo doo doo doo doo, baby shark, doo doo doo doo doo doo, ein Kinderlied, das es auf Platz 32 der Billboard Hot 100 Charts geschafft hat. Das entsprechende Youtube-Video ist unter den 30 meist gesehenen Clips aller Zeiten und reiht sich damit hinter Songs wie „Despacito“ oder „Gangnam Style“ ein. Mehr als 2,1 Milliarden mal wurde es auf YouTube geguckt.

Nicht traurig sein, Deutschland

Schon im November 2015 stellte das koreanische Unternehmen für Bildungsunterhaltung Pinkfong das Video auf YouTube. Dann remixte die Firma es, fügte einen neuen Beat hinzu und veröffentlichte diese Variante 2016. K-Pop-Bands wie „Girl's Generation“ oder „Twice“ teilten das Video, in dem Kinder in einer gezeichneten Unterwasser-Welt tanzen und ähnliche Gesten machen wie einst Alemuel. Auch hier gilt: Anschauen, vor allem der Song ist wild.

Irgendwann passierte das Beste, was im Internet zur Steigerung der Popularität passieren kann: Es entstand eine Challenge zu dem Song. Über die Online-Netzwerke wurden Nutzer*innen aufgefordert, ein eigenes Video zu machen, in dem sie zu dem Lied tanzen. Es verbreitete sich weiter, bis in die USA, wo auch Leute wie Ellen DeGeneres und James Corden Videos dazu machten. Kylie Jenner und Khloé Kardashian griffen den Babyhai in Postings auf. Mittlerweile wurde der Song nach Angaben der Firma in mehr als 100 Versionen in elf verschiedenen Sprachen adaptiert.

Schade: So weit hat es das Werk von vor zehn Jahren, der Trendsetter gewissermaßen, nicht geschafft. Traurig muss aber trotzdem niemand sein. Es gibt auf YouTube immerhin auch eine Version von „Kleiner Hai“ mit Alemuel und Micky Krause.

.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben