Streit der Woche: Ist Leben ohne Fluglärm denkbar?
Wo es eine mobile Gesellschaft gibt, da gibt es Flugzeuge, gibt es Fluglärm. Vielleicht müssen wir einfach damit klarkommen.
Es gibt Menschen in und um Berlin, die freuen sich über die Verzögerungen beim Bau des Flughafen BER. Nämlich jene Anwohner, die am meisten unter dem Lärm landender und startender Flugzeuge leiden werden. Für die anderen ist jeder Tag Verzögerung eine Qual – sie wohnen um den Flughafen in Tegel, der bis zur Fertigstellung des BER weiter betrieben wird.
Unterstützung bekommen die Initiativen unter anderem auch aus den Reihen der Ärzte, denn Fluglärm nervt nicht nur, sondern wirkt sich auch schädlich auf die Gesundheit aus. Wer diesem kontinuierlich ausgesetzt ist, schläft nicht nur schlechter, ist damit müde und unkonzentrierter, sondern hat etwa auch einen höheren Blutdruck als Leute in ruhigen Wohngegenden.
Forscher versuchen gleichzeitig an anderer Stelle den Lärmpegel für die Anwohner zu senken – indem steiler gestartet und gelandet werden soll. Das heißt: So lange wie möglich so weit oben wie möglich bleiben. Das macht die Situation neben der Landebahn etwas leiser, dafür aber den Druck auf den Ohren der Passagiere im Flugzeug größer. Eine andere Möglichkeit sei daher, generell über andere Anflugrouten nachzudenken.
Spezielle Turbinenakustiker versuchen zusätzlich, den Geräuschpegel an der Wurzel seiner Entstehung zu fassen. Ganz verschwinden wird er trotzdem nicht, vielleicht würden Nachtflugverbote helfen. Vielleicht aber muss die Lösung viel grundsätzlicher sein. Wer fliegt, macht Lärm. Wer keinen Lärm will, darf nicht mehr fliegen.
Den kompletten Streit der Woche lesen Sie in der sonntaz vom 30/31. März 2013. Am Kiosk, eKiosk oder gleich im Wochenendabo. Und für Fans und Freunde: facebook.com/sonntaz
Ganz egal wann der BER eröffnet: Solange es Flughäfen gibt, gibt es auch Fluglärm – und den Protest gegen ihn. In Berlin haben sich etliche Initiativen gegen Lärm gegründet: Spandau gegen Fluglärm, Lichtenrade gegen Fluglärm, Friedrichshagen gegen Fluglärm.
Müssen Flughäfen einfach dort gebaut werden, wo wenig Menschen leben? Gibt es leise Flugzeuge? Kann es auch ein Leben ohne Fluglärm geben?
Diskutieren Sie mit! Die sonntaz wählt unter den interessantesten Kommentaren einen oder zwei aus und veröffentlicht sie in der sonntaz vom 30./31. März. Der Kommentar sollte etwa 900 Zeichen umfassen und mit dem Namen, Alter und der E-Mail-Adresse der Autorin oder des Autors versehen sein. Oder schicken Sie uns bis Mittwoch, 27. März, eine Mail an: streit@taz.de
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert