Kolumne So Sach(s)en

Wellnesslandschaft für Passagiere

Mangels Busbahnhof sind Fahrgäste in Leipzig schutzlos der Witterung ausgeliefert. Doch bald wird die Haltestelle dem Fernverkehrswachstum angepasst.

Ein Fernbus am Seitenstreifen einer Straße

Muss man in Leipzig jetzt noch ewig herumstehen, kann man sich bald in der Chill-Lounge entspannen Foto: wikimedia commons/fotogoocom

Wer die Augen offen hält, dem wird der große graue Klotz an der Ostseite des Hauptbahnhofs nicht entgangen sein. In wenigen Wochen wird dort der neue Busbahnhof in Betrieb genommen. Doch die Erinnerungen an die bisherige Fernbus­haltestelle werden bleiben. Nämlicher jener provisorische Seitenstreifen in der Goethestraße. Eine Ära des Chaos geht damit zu Ende.

Erinnern wir uns zurück an den Anfang im Jahr 2013. Damals hielten an dem schmalen Seitenstreifen nur ein paar wenige Rentner-Reisebusse oder röhrend-rote Doppeldeckerbusse, mit denen der interessierte Besucher die Stadt erkunden konnte. Zum 1. Januar jenes Jahres durften dann auch private Busunternehmen wie Flixbus Personen kreuz und quer durch die Republik befördern.

Doch an den wachsenden Fernbusverkehr wurde die Haltestelle nie angepasst. Und so fahren im Minutentakt riesige grüne Ungetüme auf dem schmalen Streifen ein, rangieren, blockieren und kollidieren. Manchmal mit knapp vorbeifahrenden Straßenbahnen, manchmal mit anderen Bussen.

Riesige Menschentrauben sammeln sich auf dem Gehweg oder weichen in den angrenzenden Park samt Schwanenteich aus, der laut Landeskriminalamt als einer der größten Drogenumschlagsplätze Leipzigs gilt. Nur Ältere erinnern sich noch, dass der plattgetretene Acker früher mal eine saftig-grüne Parkwiese war. Fehlende Anzeigetafeln sorgen dafür, dass Fahrgäste die gesamte Haltestelle mehrfach ablaufen müssen. Dazu ist man bei Verspätungen, die natürlich ebenfalls nicht angezeigt werden, dem eisigen Winterwind ausgeliefert.

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Der eingangs erwähnte Busbahnhof wirkt daher wie ein Retter in der Not. Bald gibt es endlich Standards wie einen geregelten Ticketverkauf, Infotafeln und einen beheizten Warteraum. Zur Entschädigung für die fünfjährigen Strapazen wären weitere Extras aber angebracht.

In der Wellnesslandschaft „Bushof“ könnten gestresste Fahrgäste die nötige Entspannung bekommen. Und sich unangenehme Erinnerungen an stundenlanges Stehen in wohliges Wohlbefinden auflösen.

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