Der Ökodiktator – § 5

Sofortiges Verbot des Internets

Die weise Regierung der Klimarepublik kümmert sich um ihre Bürger. Ihr Auftrag: Unheil vom Volk abwenden. Ihr Mittel: verbieten.

Google-Suche

Einmal googeln produziert zwischen 1 und 10 Gramm CO2. Foto: imago/Rüdiger Wölk

Die weise und wohlmeinende Regierung der ersten Klimarepublik des Planeten verkündet folgenden Erlass: Mit Wirkung vom 4. Dezember 2015 sind sämtliche Aktivitäten im Internet verboten.

Begründung: Das Internet ist ein echter Klimakiller. Allein eine Google-Suche produziert zwischen 1 und 10 Gramm CO2. Lässt man seine Energiesparlampe eine Stunde brennen, entstehen etwa 7 Gramm CO2. Äußerst schlimm sind Onlinevideos: Jede Sekunde, die wir uns ansehen, macht 0,2 Gramm CO2, eine Stunde YouTube-Disko kostet also 720 Gramm.

Wenn täglich weltweit Videos mit einer Gesamtdauer von etwa 300 Millionen Stunden angesehen werden (sagt YouTube!), produziert allein diese Plattform mindestens 216.000 Tonnen CO2 pro Tag. Das entspricht rund zehnmal so viel wie der Verbrauch einer deutschen Millionenstadt. Und da sind Facebook, Spiegel Online und Youporn noch nicht einberechnet.

Durchführungsbestimmung: Die Internetnutzung innerhalb der Klimarepublik Deutschland wird streng rationiert. Jeder Bürger erhält täglich fünf Minuten Internetzeit – einzulösen im Internetcafé um die Ecke.

Außerdem müssen alle Modems, Router, Smartphones, Sim-Karten und WLAN-Sticks umgehend abgegeben werden. Im Gegenzug erhalten alle eine Brockhaus-Enzyklopädie, ein Telefonbuch, Münzen für die Telefonzelle und ein Jojo.

Zuwiderhandlungen: Wer gegen diese Auflagen verstößt und weiterhin zügellose schmutzige Videos im Netz guckt oder „Schmerzen Lendenwirbel Hilfe“ googelt, muss ein Jahr lang mit der Deutschen Bahn durchs Land fahren – und ist damit offline.

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