Hinter Werbung mit ländlichem Idyll verbirgt sich häufig ein billiges Industrieprodukt, kritisiert Foodwatch. Die Organisation spricht von staatlich legitimierter Verbrauchertäuschung.von Jan Scheper

Heimat, Herd und Gemütlichkeit: das Logo von Teekanne. Bild: dpa
Der Städter hat Sehnsucht. Nach der ländlichen Idylle. Das zeigt nicht zuletzt auch das bombastische Interesse am Magazin Landlust (Auflage 900.000 Exemplare). Also werden die urbanen Supermärkte immer öfter vollgepackt mit Produkten, die namentlich aus dem Grünen stammen sollen: Landgurken, Landkekse, Landwürste, Landnudeln.
Der Verbraucher, werbewirksam angefüttert von der Landlust-Utopie, wähnt sich geschmacklich zwischen Garten und Feld. Folgender Slogan passt da doch prima ins Bild: "Entdecken Sie den ursprünglichen Genuss vertrauter Früchte, die noch in Ruhe heranreifen können."
Leider, lieber Landträumer, steckt dahinter ein "besonders dreister Fall von Etikettenschwindel", findet die Organisation Foodwatch. Die Verbraucherschützer warnen vor Werbung, die vermeintliche Ursprünglichkeit verspreche, hinter der aber nur "ganz normale Industrieware" stecke. Bei der zitierten Harmoniephrase handelt es sich um die Werbung für das Teekanne-Heißgetränk "Landlust Mirabelle & Birne". Im Beutel stecken aber vor allem Äpfel, Hibiskus und Hagebutte.
Der Rest sind saftige Aromastoffe. Weil die besonders wertvoll sind, kosten dann 100 Gramm Tee mehr als 4 Euro. Der Hersteller argumentiert dazu ganz logisch, dass eine für das vollmundige Aroma ausreichende Menge getrockneter Birnen und Mirabellen leider nicht in den Beutel passen würde. Dennoch strahlen einen auf der Packung die vermeintlichen Hauptzutaten an. Das dürfen die Teemacher allerdings auch.
Laut der Lebensmittelbuch-Kommission des Bundesernährungsministeriums muss auf der Packung lediglich die "Geschmacksrichtung" beschrieben werden. Ein Teufelskreis. Gibt es einen Ausweg aus der Endstation Landlust? Die taz rät: Kaufen Sie Ihren Tee direkt beim Bauern.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
11.02.2012 09:37 | zugehfrau
@Sonny. DIE (!) Hausfrau ist harmoniesüchtig und es mangelt IHR(!) an einem klar analysierenden Verstand. ...
29.01.2012 13:56 | wurstbrot
"Die taz rät: Kaufen Sie Ihren Tee direkt beim Bauern." ...
25.01.2012 17:49 | Sonny
@MrGreen: ...