Streik der Eisenbahner in Frankreich

Jeder dritte Zug fällt aus

Die Gewerkschaften erhöhen den Druck auf die Regierung. Die 150.000 Mitarbeiter der staatlichen Bahngesellschaft stimmen über die Fortsetzung ihres Streiks ab.

Auf einem lBahnsteig. Eine Bahnbeschäftigte unterhält sich mit einer älteren Reisenden mit Gepäck

Diese Reisende hat einen „sehr schwierigen Tag“ erwischt Foto: reuters

PARIS afp | Seit Beginn der fünften Streikwoche bei der französischen Bahn sind erneut zahlreiche Züge ausgefallen: Am Montag fuhr im Schnitt nur einer von drei Regional- und Hochgeschwindigkeitszügen (TGV) und nur einer von fünf Intercity-Zügen. Die Gewerkschaften erhöhen damit im Streit um die Bahnreform den Druck auf die Regierung. Parallel werden die Mitarbeiter zur Fortsetzung der Streiks befragt.

Die staatliche Bahngesellschaft SNCF sprach von einem „sehr schwierigen“ Tag für die Reisenden. Sie strich noch mehr Verbindungen als am Sonntag. In der südfranzösischen Stadt Marseille ging zeitweise nichts mehr: Dort hatten die Gewerkschaften zu einer Aktion „toter Bahnhof“ aufgerufen. SNCF-Mitarbeiter blockierten die Eingänge des Zentralbahnhofs Saint-Charles.

Drei große Gewerkschaftsverbände befragen die knapp 150.000 Bahnangestellten noch bis zum 21. Mai zur Fortsetzung der Streiks. Wenige Tage später wird die umstrittene Bahnreform im Senat beraten. Zuletzt war die Beteiligung an den Ausständen stark gesunken.

Präsident Emmanuel Macron zeigt sich bisher unnachgiebig: Er will den Personenverkehr wie von der EU beschlossen ab 2020 für den Wettbewerb öffnen. Zudem hat seine Regierung angekündigt, das fast hundert Jahre alte Eisenbahner-Statut abzuschaffen, das vielen Mitarbeitern Frührenten und Unkündbarkeit garantiert. Die Reform soll bis zum Sommer das Parlament passieren.

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