Türkische Linksnationalisten haben in Iskenderun deutsche Soldaten attackiert. In der Stadt wurden zuvor deutsche Patriot-Raketen ausgeladen. von Jürgen Gottschlich

Proteste gegen die Anlandung deutscher Patriot-Raketen in Iskenderun. Bild: dpa
ISTANBUL taz | Noch sind die deutschen Patriot-Raketen in der Türkei nicht gefechtsbereit, da gab es schon den ersten Angriff. Allerdings nicht aus Syrien, sondern im Basar der Hafenstadt Iskenderun, wo die Patriot-Raketen am Montagmorgen angelandet waren.
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Fünf Soldaten in Zivil, die laut Bundeswehr gar nicht zur eigentlichen Mission-Truppe gehören, sondern lediglich den Transport begleitet hatten, waren am Dienstag vor ihrem Rückflug noch in den Basar gegangen, um sich mit Geschenken einzudecken. Dabei waren sie von Mitgliedern der „Patriotischen Revolutionären Jugend“ (TGB), der Jugendorganisation der Linksnationalistischen Arbeiterpartei IP, beobachtet worden.
Die Gruppe trommelte knapp 30 Leute zusammen, die dann Slogans rufend auf die fünf Basarbesucher losgingen. Die patriotischen Jungrevolutionäre hatten mit etwas Mehl gefüllte Säcke dabei, die sie den Soldaten versuchten über den Kopf zu stülpen, was ihnen offenbar bei einem gelang.
Die fünf Souvenirkäufer flüchteten daraufhin unter Mithilfe einiger Basarhändler in ein Juweliergeschäft, wo sie von der alarmierten Polizei kurz darauf abgeholt und in Ihr Hotel eskortiert wurden. Unterdessen gab es ein heftiges Handgemenge zwischen Polizei und revolutionärer Jugend, das mit der Festnahme von 28 Aktivsten (die TGB spricht von 42 Festnahmen) endete, die zum Gebäude der Sicherheitspolizei gebracht und dort verhört wurden. Nach einigen Stunden wurde alle wieder freigelassen.
Nach seiner Freilassung verkündete der Anführer der Gruppe, Ilker Yücel, die Türkei sei „kein Nato-Gebiet und die imperialistische Mächte sollten aus der Türkei verschwinden“. Man werde auch weiterhin „allen Nato-Soldaten, derer man habhaft werden könnte, Säcke über den Kopf ziehen“.
Nationalistische Gruppen wie die TGB erinnern mit ihren Aktionen an einen Vorfall im Jahr 2003, als US-Soldaten nach dem Einmarsch im Irak eine Gruppe türkischer Offiziere, die dort stationiert waren, festnahmen und mit Säcken über dem Kopf abführten. Diese Aktion, wohl auch als Rache gedacht, weil die Türkei den USA damals den Einmarsch in den Nordirak über türkisches Gebiet verweigerte, hat in nationalistischen Kreisen für heftigen Aufruhr gesorgt. Von dem Vorfall wurde der extrem nationalistische Action-Film „Tal der Wölfe“ inspiriert.
Die Mutterorganisation der Jugendgruppe, die Arbeiterpartei IP, ist eine Gruppe, die von einer ehemals maoistischen Organisation mehr und mehr zu einer extrem nationalistisch-türkischen Truppe wurde. Ihr Vorsitzender Dogu Perincik sitzt seit Jahren im Gefängnis und wird mit anderen Zivilisten und Militärs angeklagt, einen Putsch gegen die regierende AKP vorbereitet zu haben.
Die Türken müssen dringend an ihrer Willkommenskultur arbeiten!
Ich bin sicher die taz würe ähnliche Angriffe sagen wir durch Rechte gegen Islamisten in Deutschland auch "Mehlangriff" nen ...
Immer diese Yücels *duck*
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