Die Arbeit der UN zu Umwelt und Nachhaltigkeit soll mehr Raum bekommen – das fordern fast alle Staaten und Aktivisten. Doch nationale Interessen verhindern vieles. von Andreas Zumach

Die EU-Mitgliedstaaten sollen genau berichten, wie sie Emissionen einsparen. So will das Europäische Parlament die internationale Glaubwürdigkeit bewahren. von Ruth Reichstein

China, Südkorea und Australien führen in naher Zukunft den Handel mit Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten ein. Und mancher träumt schon vom integrierten CO2-Markt. von Christian Mihatsch

Deutschland, Wirtschaftswunderland. Die ökonomische Leistung stimmt. Deutschland, Umweltsünderland. Die ökologische Leistung stimmt noch lange nicht. von Bernhard Pötter

Die Zahl der Naturkatastrophen in Deutschland hat sich in den letzten 40 Jahren verfünffacht. Laut Experten bleibt nur ein kleines Zeitfenster, um die Erderwärmung umzukehren. von Sven-Michael Veit

Die CO2-Zertifikate bringen dem Bund zu wenig Geld. Jetzt kürzt er die ohnehin zu niedrig angesetzten Förderprogramme zur Gebäudesanierung. von Bernward Janzing

In einem internen Papier warnt die EU-Kommission, Europa könnte seine Spitzenstellung bei grünen Technologien verlieren. Ein Gegenmittel sollen höhere Klimaschutzziele sein. von Ingo Arzt

Das Meereis vor Kanadas Küsten wird deutlich dünner. In Folge sterben immer mehr Sattelrobben, weil ihnen das Eis buchstäblich unter den Flossen wegschmilzt. von Katalina Präkelt

Kanada will das Kioto-Protokoll kündigen und Sanktionen vermeiden. Doch genau das könnte erst recht zu Sanktionen und einem Handelskonflikt führen. von Bernhard Pötter

Die kanadische Regierung bezeichnet das Kioto-Abkommen als "Hindernis" im Kampf gegen Erderwärmung und steigt aus. Tatsächlich entgeht Kanada dadurch einer Milliardenstrafe.

Die Ergebnisse der Durban-Konferenz werden sehr unterschiedlich aufgenommen: Die Welthungerhilfe etwa äußert sich skeptisch, ist aber froh, dass es keinen Rückschritt gab.

Die Beschlüsse der Klimakonferenz taugen nicht, um die Erderwärmung einzudämmen, sagt der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf. Er hofft auf Strafzölle.

Entschlossenes Handeln gegen die Klimakatastrophe sieht anders aus. Auf UN-Konferenzen wird das Problem nicht gelöst. Für Erfolge sorgen vor allem Bewegungen von unten. von Bernhard Pötter
Die Klimakonferenz findet am Ende doch einen Kompromiss: ein zweites Leben für das Kioto-Protokoll gegen die Aussicht, ab 2020 alle Staaten zum Klimaschutz zu verpflichten. von Bernhard Pötter

Die Klimakonferenz in Durban geht in die Verlängerung - statt durchzuverhandeln, gönnen sich die Verhandler eine Nachtpause. Doch mit einem Kompromiss tun sie sich schwer. von Bernhard Pötter

Zwei Wochen rang die Welt um mehr Klimaschutz. China dominierte die Verhandlungen mit Stärke, Geschick und grünem Wachstum. Die USA bremsten im Hintergrund. von Bernhard Pötter

US-Forscher gehen davon aus, dass die Erderwärmung weniger schnell voranschreitet, als angenommen. Das 2-Grad-Ziel könnte leichter erreicht werden. Kollegen sind skeptisch. von Hanno Böck

Muftah Elarbash plant die nächste libysche Revolution. Sein Plan zur Rettung der Welt: Solarstrom aus Aufwindkraftwerken in der Sahara. Aber erst, wenn das Öl alle ist. von Bernhard Pötter

Der "Grüne Klimafonds", der Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel unterstützt, soll in Durban entschieden werden. Unklar ist, woher das Geld kommen soll. von Bernhard Pötter

Jede Minute werden 30 Fußballfelder abgeholzt, warnt der WWF. Mehr Waldschutz könnte das Klima retten. Aber gibt's den nur, wenn jemand daran verdienen kann? von Martina Schwikowski

Bei den Verhandlungen nähern sich die EU und die Entwicklungsländer an. Die kleinen Inselstaaten warnen jedoch davor, ein neues Abkommen aufzuschieben.

Südafrikas Energiepolitik wird bislang von der Kohle und vom Staatskonzern Eskom dominiert. Ein ehrgeiziges Projekt soll nun für "grünes Wachstum" sorgen. von Bernhard Pötter

Bei der Klimakonferenz in Südafrika naht die Entscheidung. China und die EU könnten voran gehen - oder nicht. Die aktuellen Verhandlungen bieten genug Stolpersteine. von Bernhard Pötter

Immer mehr Staaten verzerren ihre Emissionswerte. Die "Rechenmethoden" sind oft politisch motiviert, die Tricks vielfältig, die Folgen für die Klimaverhandlungen fatal. von Bernhard Pötter

Umweltminister Korolec will die Emissionsziele der EU lockern. Mit Polen verhandelt bei der Klimakonferenz in Durban der schlimmste Klimasünder der Gemeinschaft für Europa. von Gabriele Lesser

Würde der Klimagipfel zur schönsten Nebensache, könnte der Fußball die Rolle als ernsteste Hauptsache der Welt übernehmen. Und beim Klimagewürge gäbe es mal Sieger. von Bernhard Pötter

Ruanda setzt auf Wiederaufforstung, Uganda auf sparsame Holzkohleöfen. Wie Afrikas Ärmste den Waldschutz neu entdecken, um das Weltklima zu retten. von Simone Schlindwein

Plötzlich kann sich der größte Verschmutzer vorstellen, ab 2020 Emissionsziele zu akzeptieren. Nach einer Woche keimt in Durban vorsichtige Hoffnung. von Bernhard Pötter

In Durban demonstrierten am Samstag Tausende für ein rascheres Handeln gegen die Erderwärmung. Doch vor allem afrikanische Aktivisten erwarten vom Gipfel nur wenig. von Martina Schwikowski

Auf der UN-Klimakonferenz soll der "grüne Klimafonds" für ärmere Länder arbeitsfähig gemacht werden. Doch unter anderem die USA und Kanada sperren sich dagegen. von M. Schwikowski

Die Welt befindet sich derzeit mitten in einem großtechnischem Experiment mit ungewissem Ausgang: Die intensive Freisetzung von Treibhausgasen, vor allem dem Kohlendioxid (CO2) aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas, verändert die Atmosphäre des Planeten in einer erdgeschichtlich einmaligen Geschwindigkeit. Der Anteil von CO2 in der Atmopshäre ist so hoch wie seit Jahrtausenden nicht und die Emissionen haben 2010 einen historischen Rekordstand erreicht. Bislang ist die globale Mitteltemperatur der Erde gegenüber dem vorindustriellen Zeitraum um etwa 0,8 Grad Celsius gestiegen. Setzen sich die bisherigen Trends fort, wird die Erde bis 2100 im Schnitt etwa vier Grad Celsius wärmer sein. In manchen Gegenden wie den Polgebieten wird der Anstieg noch deutlich größer sein.
Ursache für die Freisetzung der Treibhausgase ist zum größten Teil die Energiewirtschaft. Aber auch die industrielle Land- und Viehwirtschaft, die Zerstörung des tropischen Regenwalds und der Verkehr tragen große Mengen zum menschengemachten ("anthropogenen") Klimawandel bei, der die natürlichen Schwankungen (etwa durch Sonnenaktivitäten oder geologische Phänomene) inzwischen deutlich überdeckt. Der UN-"Klimarat" IPCCC hat mit einer überwältigenden Mehrheit der zuständigen Wissenschaftler in bislang vier Sachstandsberichten klargestellt, dass der Klimawandel real ist, schneller als gedacht abläuft und zum großen Teil von menschlicher Aktivität verursacht wird. Der aktuelle Bericht des IPCC datiert von 2007, der fünfte Bericht wird für 2014 erwartet.
Fast alle Fachleute (mit Ausnahme einiger weniger oftmals unqualifizierter und politisch motivierter "Klimaskeptiker") gehen davon aus, dass eine solche Veränderung des Klimas massive Folgen nach sich zieht: Die Meeresspiegel könnten bis zu einem Meter steigen, die Gletscher in vielen Gebirgen abschmelzen und die Wasserversorgung gefährden; Vegetationszonen verschieben sich bereits, Tiere und Pflanzenarten geraten unter zusätzlichen Druck, die Ernährung der Bevölkerung ist bedroht. In vielen Regionen nehmen die Wetterextreme zu und bisher gewohnte Muster wie der Monsun in Indien beginnen sich zu verändern. Ab einem bestimmten Punkt befürchten Wissenschaftler einen "Rückkopplungseffekt", an dem sich die Klmaerwärmung von selbst verstärkt: Schmilzt etwa das Eis an den Polen absorbiert das dunklere Wasser mehr Sonnenenergie, erwärmt sich und schmilzt darauf wiederum mehr Eis. Als solche "Kipppunkte", an denen das Weltklima eine rasche Erwärmung erfahren könnte, wenn eine Schwelle überschritten ist, gelten zum Beispiel die Polkappen, der "Golfstrom", der Amazonas-Regenwald oder die auftauenden Permafrostböden vor allem in Sibirien.
Die Menschheit hat das Problem bereits relativ früh erkannt, aber bislang nur sehr zögerlich reagiert. 1992 schlossen die meisten UN-Staaten die "Klimarahmenkonvention" UNFCCC, die zum Ziel hat, eine "gefährliche menschengemachte Veränderung des Weltklimas" zu verhindern. 1997 folgte daraus das Kioto-Protokoll, in dem sich die Industrieländer, die historisch für einen Großteil der Emissionen verantwortlich sind, zu einer Reduzierung ihrer Emissionen um ingesamt 5,2 Prozent bis 2012 gegenüber 1990 verpflichteten. Obwohl sich die USA als damals größter Verschmutzer aus dem Abkommen zurückzogen, wurden die Quoten erreicht - doch die weltweiten Emissionen stiegen und steigen weiter steil an. Vor allem die wirtschaftliche Entwicklung der "Schwellenländer" wie China, Indien, Brasilien oder Südafrika, die unter dem Kioto-Protokoll zu keiner Reduktion verpflichtet sind, heizt inzwischen das Klima stark auf. Nach einem gescheiterten Versuch, auf dem Klimagipfel 2009 in Kopenhagen einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag zu schließen, der alle Länder umfasst, gibt es nun eine solche Perspektive für 2020: Bis zu diesem Zeitpunkt, so haben die Staaten einstimmig bei der Klimakonferenz 2011 im südafrikanischen Durban beschlossen, soll ein allgemeines internationales Abkommen den globalen Klimaschutz regeln.
Trotz aller Versprechungen sind die aktuellen Anstrengungen zum Klimaschutz aus Sicht der Wissenschaft bei weitem nicht ausreichend. Eine Studie des UN-Umweltprogramms UNEP vom Herbst 2011 kommt zu dem Schluss, dass bisher nur etwa 60 Prozent der nötigen Anstrengungen unternommen werden, um den Klimawandel auf zwei Grad Celsius bis 2100 zu beschränken - diese Schwelle gilt bei vielen Wissenschaftlern als die Obergrenze, bis zu der die Folgen des Klimawandels noch beherrschbar sind. Um dies zu erreichen, müsste der weltweite Ausstoß von CO2 etwa 2015 seinen Höhepunkt erreichen und dann rasch absinken. Die bisherigen Trends lassen eine solche Entwicklung allerdings sehr fraglich erscheinen. Viele Wissenschaftler gehen deshalb inzwischen davon aus, dass das 2-Grad-Ziel nicht mehr zu erreichen ist.
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