Die Wochenvorschau für Berlin

Eine Woche voller Gedenktage

Der November beginnt, wie es sich gehört, grau. Und dann gibt es fürs schwere Gemüt noch den Gedenkmarathon wegen 80. Jahrestag Reichspogromnacht.

SA-Männer kleben am 9. November 1938 ein Plakat mit der Aufschrift „Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden“ an der Schaufensterscheibe eines Geschäfts in Berlin Foto: dpa

Natürlich steht diese Woche ganz im Zeichen des 9. November – des deutschesten aller Tage, wie man wohl sagen kann (siehe Seite 22). Los geht’s schon am heutigen Montag mit einem eher banalen Event: B-Promis wie Friedrich Liechtenstein oder René Koch gestalten „ihr ganz persönliches Mauerstück“, das versteigert wird für einen guten Zweck – der Erlös geht in die Organisation „Merlins Zauberstab“, die bedürftige Kinder unterstützt (10 Uhr, Little Big City Berlin, Panoramastr. 1A, 10178 Berlin).

Am Dienstag kann man diskutieren über „Aufarbeitung oder Schlussstrich? Vom Umgang mit der NS-Vergangenheit in Deutschland“. Veranstalter sind die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur – was zunächst merkwürdig klingt (falsche Diktatur), dann aber doch irgendwie passt, die Frage kann man ja bei beiden stellen (18 Uhr, Kronenstr. 5, 10117 Berlin).

Am Mittwoch eröffnet in der Topographie des Terrors eine neue Ausstellung. Titel: „Kristallnacht – Antijüdischer Terror 1938. Ereignisse und Erinnerung“ (bis 3.3.2019, Niederkirchner Str. 8, 10963 Berlin).

Am Donnerstag gibt es eine „Diskussionsveranstaltung mit jungen Menschen“ zum Tag des Mauerfalls, wie die Nachrichtenagentur dpa etwas steif schreibt – organisiert von der Stiftung Berliner Mauer (18 Uhr, Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Str. 119, 13355 Berlin). Zeitgleich haben andere „junge Menschen“ noch was Interessantes organisiert: Im Schillergymnasium gibt es ein Gespräch mit Zeitzeugen der Pogromnacht von 1938 (Schillerstraße 125–127, 10625 Berlin).

Am Freitag ist vormittags die zentrale Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Pogromnacht mit Reden von Merkel und Steinmeier (11 Uhr, Synagoge Rykestr. 53, 10405 Berlin) – muss man nicht hin, das ZDF überträgt live. Wo man hingegen vielleicht doch hinmuss oder -sollte, sind die Gegendemos zum rechten „Trauermarsch für die Opfer von Politik“. Verschiedene Bündnisse und Organisationen wie „Berlin gegen Nazis“ oder die „Tanzversammlung Rosenthaler“ haben ab 16 Uhr Kundgebungen und Gegendemos in Mitte organisiert. Weil die Route der Rechten noch nicht feststeht, bitte selbst schlau machen, was wann und wo genau passiert.

Vorher kann man auch bei der Gedenkfeier zum 29. Jahrestag des Mauer­falls vorbeischauen und hören, was dem Regierenden dazu noch einfällt (ab 14 Uhr, Mauerdenkmal, Bernauer Straße; ab 14.30, Andacht in der Kirche der Versöhnung ebendort).

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„Richtig schön multikulti“ – Erkundungen im Kiez rund um den taz Neubau:

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