Sylvia Prahl
sucht nach den schönsten Spielsachen

Buddeln im Sandkasten? Ballspielen im Hof? Bei Wolfgang Amadeus Mozart Fehlanzeige. Der reiste mitsamt Familie durch die Lande, wurde vom Vater unterrichtet und musste bei den Erlauchtesten sein Genie vorführen. Vielleicht hat er das ja gern gemacht. Beim szenischen und sehr interaktiven, konzertanten und zugleich szenischen Familienkonzert Mozart und die magische Perücke gehen Andreas Peer Kähler und Musiker des Kammerorchesters Unter den Linden am Samstag um 15.30 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie der Frage nach, wie sich wohl das Leben als Wunderkind angefühlt haben mag. Grundlage des Konzerts ist die Sinfonie Nr. 29 A-Dur, es sind aber auch Mozarts allererste Kompositionen zu hören und der Chor „Das klinget so herrlich, das klinget so schön“ aus der Zauberflöte (www.kudl-berlin.de, ab fünf Jahre).

Was für eine Federmaske Mozart seinem Vogelfänger Papageno angepasst hätte, lässt sich nur erahnen. Kinder und ihre Familien können am Samstag im Freilandlabor eine opulente Zauberflöten-Maske basteln oder ein schlichteres Modell, das sie dem Antlitz eines hiesigen Wintervogels nachempfinden. Dem kommen sie zuvor zusammen bei einem Rundgang durch den Britzer Garten auf die Spur, der um 14 Uhr startet. Vielleicht ist die Maske dann schon das erste Feature des Faschingskostüms (Erwachsene 2 €, Kinder 1 €, plus Parkeintritt). Weitere Kostümbestandteile können am Sonntag ebenfalls im Freilandlabor hergestellt werden: Ab 12 Uhr wird „Schönes aus Wolle“ gefilzt! Am Ende des Workshops um 15 Uhr haben alle nützliche oder dekorative Wollgegenstände in Händen! (www.freilandlabor-britz.de)

Dass die Biene bedroht ist, ist längst Thema in Kinderbüchern. Oft sollen die Kleinsten mit dem Hinweis auf den durch den Menschen zerstörten Lebensraum der Bienen für deren Anliegen sensibilisiert werden. Kirsten Hall wählt in ihrem Bilderbuch „Die Honigbiene“ einen anderen Ansatz. Auf den ersten Seiten zoomt sie vom großen Feld zur einzelnen Blume bis großformatig die Biene ins Bild rückt. Die Illustratorin Isabelle Arsenault hat die Bienen mit enorm pfiffigen Gesichtsausdrücken und ordentlichen Krägen versehen, gibt den Insekten einen menschlichen Touch. Nun wird der ganz normale Arbeitsalltag der Bienen aufgedröselt, und da das in Versform geschieht, könnte man Hall die Erfindung eines neuen Genres zugestehen: poetisches Sachbuch. Im Nachspann erläutert sie jungen Leser*innen noch konkret, was uns in einer Welt ohne Bienen alles fehlen würde und ruft die Kids sogar auf, die Politik zum Umdenken aufzufordern (NordSüd Verlag, Zürich, 2018).