Schwäche zu zeigen ist heutzutage kein Makel mehr – im Gegenteil: Wir leben in einer Gesellschaft, die verletzlichen Menschen Empathie und Aufmerksamkeit entgegenbringt. Das ist ein Fortschritt und ein Gewinn an Menschlichkeit. Doch die Publizistin Maria-Sibylla Lotter fragt sich in ihrem streitbaren Buch, ob wir nicht allzu schnell von Opfern reden. Führt das dazu, dass zu viele Menschen in der Opferrolle verharren? Dass Sensibilität überbewertet wird? Und was bedeutet es für unser Zusammenleben, wenn Eigenschaften wie Konfliktfähigkeit und Selbstbestimmung zunehmend ihren Wert verlieren? Ein Streitgespräch über Verwundbarkeit, Hypersensibilität und die Ausweitung des Traumabegriffs