taz Salon Hamburg 29.05.

Weitere 200 Jahre Marx

Fundamentale Kaptialismus-Kritik ist seit der Krisen des globalen Finanzsystems wieder aktuell.

Bild: dpa

Karl Marx war der Säulenheilige der autoritären, realsozialistischen Regime. Nach deren Zusammenbruch schien auch der scharfsinnigste Analytiker des Kapitalismus in Vergessenheit zu geraten. Denn nach 1990 war die liberale Marktwirtschaft auf einem globalen Siegeszug.

Doch die Krisen des Finanzkapitalismus und deren verheerende Rückwirkungen auf zahlreiche Volkswirtschaften haben diesen Optimismus längst wieder getrübt und zu einer unerwarteten Marx-Renaissance geführt. Denn der hat vor eineinhalb Jahrhunderten in kühnem Vorgriff den globalen Kapitalismus durchdacht.

Kann man mit Marx, jenseits des Staunens über dessen visionäre Kraft, 2018 noch etwas anfangen, um den digitalen Kapitalismus zu begreifen? Und kann man seine Ideen vom Marxismus, der scheinbar wissenschaftlich imprägnierten Heilsgeschichte, trennen?

Ulrike Herrmann und Gerd Koenen diskutieren, was man mit fundamentaler Kapitalismuskritik noch anfangen kann.

Ulrike Herrmann, Wirtschaftskorrespondentin der taz und Buchautorin. 2016 erschien ihre Studie "Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Die Krise der heutigen Ökonomie und was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können."

Gerd Koenen, Publizist und Historiker, 2017 erschien sein Buch "Die Farbe Rot"

Moderiert von Stefan Reinecke, Parlamentsbürokorrespondent der taz und Buchautor

wann: 29. Mai 2018, 19:30 Uhr

wo: Kulturhaus 73, Schulterblatt 73, 20357 Hamburg

Eintritt frei