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Wenn man beinahe in die Falle getappt wäre

Triggerwarnung – in diesem Text geht es um den Abbau von Arbeitsplätzen, Automatisierung, Widerstandskraft und Bequemlichkeit. Es geht also um die Selbstzahlerkasse. In Märkten aller Art ersetzt sie nach und nach das Kassenpersonal und damit genau die, die im Coronawinter 2020 als „systemrelevant“ galten. Das war mal. Auch bei uns rund ums Kottbusser Tor sind die Automaten auf dem Vormarsch.

Nicht mit mir, dachte ich. Und boykottierte den L. um die Ecke von dem Tag an, an dem dort die ersten Automaten standen. Problem: Langsam gehen die Alternativen aus. Eine Bastion nach der anderen fällt, zuletzt der E. in der Skalitzer Straße. Was soll’s, dann reiht man sich halt in die lange Schlange der Arbeitsplatz-Retter:innen ein. Was sind schon 10 Minuten!

Berlin-­Kreuzberg

141.400 Ein­­wohner*innen.

Beim Einkaufen kommt man in diesem Ortsteil schon auch noch an den Selbstbedienungskassen vorbei, etwa in dem Schule machen wollenden Supermarkt ohne Einwegverpackungen oder den türkischen Supermärkten, von denen es hier etliche gibt.

„10 Minuten für einen winzigen Salatkopf?“, säuselt einem an diesem Montag der innere Schweinehund zu und lenkt die Schritte zur Selbstzahlerkasse – bis einen eine Stimme in die Wirklichkeit zurückholt: „Vorsicht, da sind noch unbezahlte Sachen auf dem Konto!“, ruft ein Mann aus der Schlange der Widerständigen und zeigt auf das Display. „34,90 Euro“ stehen drauf. Vielen Dank! Christine Prußky