Wendland (Radtour)

Programm der Reise

vom 7. bis 13. Juli 2019

Tourenpause vor Wendland-Bauernhaus Bild: I. und G. Reichle

Sie finden hier noch das Programm von 2018. Das aktualisierte, leicht abweichende Programm für 2019 finden Sie hier bis Ende Dezember.

 

1. Tag (Sonntag)

Die Anreise erfolgt individuell; mit der Regionalbahn Lüneburg - Dannenberg bis zum Bahnhof Göhrde. Von dort werden die Teilnehmer abgeholt und fahren ins Bio-Hotel „Kenners Landlust“ in das Dörfchen Dübbekold (Gemeinde Göhrde). Um 16 Uhr sollten alle da sein. Nach dem Belegen der Zimmer besteht die Möglichkeit einer ersten kleinen Radtour (ca. 15 km) in die wunderschöne nähere Umgebung.

Das Abendessen nutzen wir zum gegenseitigen Kennenlernen, zur Vorstellung des Programms und für Fragen und Antworten zum Ablauf der Reise. Weil es lange hell bleibt, können wir danach noch zu Fuß oder mit dem Rad eine weitere Runde drehen und dabei – mit etwas Glück – Wildtiere und Vögel beobachten.

Castor-Blockade 2013 bei Süschendorf im Wendland Bild: Archiv

2. Tag (Montag)

Wir starten nach dem Frühstück zu einer Radtour Richtung Elbe (ca. 30 km). Auf halbem Weg, im Dorf Metzingen, treffen wir Aktivisten der vergangengen Jahre gegen die Castor-Transporte sowie die Herausgeber der zeitschrift "anti-atom-aktuell". Dann radeln wir weiter nach Hitzacker.

In dem Elbestädtchen können wir einen kleinen Stadtbummel machen oder den nördlichsten Weinberg Deutschlands erklimmen. Am Nachmittag führt uns der Wolfsberater und -experte Kenny Kenner auf einer Wanderung durch den Göhrde-Wald zu den Spuren der Wölfe. Seit einigen Jahren werden in der Region wieder Wölfe beobachtet. Ohnehin ist die Göhrde ist eine der wildreichsten Gegenden Deutschlands.

Nach dem Abendessen in unserem kleinen Hotel "Kenners Landlust" erfahren Sie mehr über die Geschichte dieses Gasthauses: "Vom Widerstand zum Projekt".

Rundlingsdorf Lübeln im Wendland Bild: Archiv

3. Tag (Dienstag)

Gleich nach dem Frühstück geht es los zu einer ganztägigen Radtour (ca. 60 km) durch das südliche Wendland. Unser Ziel sind die Rundlingsdörfer, in denen die Bauernhäuser im Kreis um einen Dorfplatz angeordnet sind. Die Jahrhunderte alte Siedlungsform der Wenden ist nur in dieser Region im Nordosten Niedersachsens noch unverfälscht erhalten.

Erster Stopp ist das Gorleben-Archiv in Lüchow, danach halten wir im Rundlingsdorf Bussau. Eventuell treffen wir einen Heimatforscher, der uns etwas über diese Dorfform erzählen kann. 

Von Bussau radeln wir nach Satemin, dem größten erhaltenen Rundling. In Kussebode besuchen wir eine kleine Öko-Brauerei, in der mehrere Sorten „Wendland Bräu“ produziert werden. Dort werden wir auch zu Abend essen. Nach dem Abendessen im kleinen Landgasthof holt uns der Bus ab und bringt uns und die Fahrräder zurück zum Hotel. 

4. Tag (Mittwoch)

Hitzacker in der Elbaue ist von Nebenarmen der Elbe umschlossen Bild: Archiv

Die „Königsetappe“: Wir verlassen „Kenners Landlust“ und steuern unser neues Quartier am Gartower See an. Die landschaftlich wunderschöne Tour führt über zunächst nach Hitzacker und dann rund 70 km (fast) immer an der Elbe entlang. Mit kleinen Fähren wechseln wir dabei mehrmals die Flussseite. Der Gepäcktransfer erfolgt mit dem Auto oder Bus.

Auf der mecklenburgischen Seite machen wir in der „Dorfrepublik Rüterberg“ Halt: Sie wurde von den Bewohnern 1989 ausgerufen, um an die isolierte Lage des Dorfes in der DDR zu erinnern.

Ein anderes zeitgeschichtliches Denkmal ist, ein paar Kilometer weiter, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zerstörte Dömitzer Eisenbahnbrücke. Unterwegs werden wir uns in einem (oder mehreren) der netten Cafés am Elbufer stärken.

Unser Ziel, das Hotel Seeblick am Gartower See, erreichen wir am späten Nachmittag. Zum Abendessen gehen wir in einen Gasthof im Ort.

5. Tag (Donnerstag)

Mit dem Kanu auf Biberpirsch Bild: I. und G. Reichle

Am Vormittag fahren wir von Gartow zunächst ins Dorf Gorleben  und von dort weiter zu den Atomanlagen im Gorlebener Wald (hin und zurück etwa 28 km). Deren Zweck und Funktion lassen wir uns von Vertreter/inne/n der Protestgruppen erläutern. Die Position der „Gegenseite“ soll uns im Anschluss der Betriebsrat des Endlager-Erkundungsbergwerks erklären.

Im Wendland sind seit einigen Jahren wieder Biber heimisch. Sie bauen ihre Burgen an den Altarmen der Elbe oder ihren Nebenflüssen. Für Donnerstagabend gibt es das  Angebot für eine Biberpirsch an der Elbe. Die drei- bis vierstündige geführte Tour in Mannschaftskanadiern beinhaltet auch Stopps an unberührten Flussstränden.

Abendessen in der historischen Widerstandskneipe "Wiese" in Gedelitz. 

6. Tag (Freitag)

Die ganztägige Radtour (ca. 65 km) führt an der Elbe entlang zunächst nach Schnackenburg. Das Städtchen liegt im äußersten östlichen Zipfel des Wendlandes, der früher wie ein spitzer Finger in die DDR hineinragte. Im kleinen Grenzlandmuseum des Ortes erfahren wir, wie das Leben und der Alltag hier damals aussahen.

Abendessen in den "Trebeler Bauernstuben" in Trebel, mit  einem Gast aus der Anti-Atom-Bewegung sprechen.

In vielen Dörfern im Wendland nisten Störche Bild: Archiv

7. Tag (Samstag)

Ausrollen: Wir starten nach dem Frühstück und dem Packen zu unserer letzten Radtour (ca. 15 km) Sie führt durch die Pevestorfer Wiesen und das verwunschene Naturschutzgebiet Elbholz und bietet ein ganz besonderes landschaftliches Erlebnis. Mittags lassen wir die Reise bei einem Kaffee, Tee oder Glas Saft aus der benachbarten Mosterei Völkel Revue passieren.

Gegen 14 Uhr erfolgt der Transfer zum Bahnhof Dannenberg Ost.  Dort erreichen alle TeilnehmerInnen wieder die Regionalbahn nach Lüneburg.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich.

Stand: 7. Dezember 2017