taz Kantine, Berlin

Wem nutzt die Diskussion?

Debatten sind das Lebenselixier starker Demokratien und finden inzwischen überwiegend im Netz statt. Mit unseren internationalen Gästen stellen wir uns die Frage, wie Community-Building gelingen kann, welche Finanzierungsmodelle funktionieren, und diskutieren über das Spannungsfeld zwischen Teilhabe von Leser*innen und journalistischer Unabhängigkeit.

Es diskutieren Livia Garrigue von Mediapart (Frankreich), Hisham Allam von Maharat Media Management (Ägypten),Tamar Kakulia, DW Akademie (Georgien) und Juliane Metzker von Perspective Daily (Deutschland). Moderiert wird der Abend von Jaafar Abdul-Karim, Deutsche Welle

Hisham Allam arbeitet als Medientrainer und hat Journalistinnen und Journalisten aus Europa, der MENA Region und Asien trainiert. Als Mitglied des „International Consortium for Investigative Journalists“ (ICIJ) gehörte er zum Team der Panama Papers, die 2017 für die Auswertung der Offshore-Datenleaks mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurden. Allam ist außerdem Dozent an der Al-Ahram Canadian University in Ägypten und Gründer des Startups „ME Africa“, einem Netzwerk von Journalisten aus dem Mittleren Osten und Afrika, das grenzüberschreitende Investigativ-Reportagen publiziert.

Die französische Journalistin Livia Garrigue studierte Philosophie und Politikwissenschaft. Nach ihrem Studium arbeitete sie für das Radionetzwerk France Culture und schrieb für die Zeitschriften Science Humaines, Soixante-Quinze und We Demain. Seit Januar 2019 arbeitet sie für den LeserInnen-Club bei der französischen Internet-Zeitung Mediapart.

Für das Online-Magazin Perspective Daily schreibt Juliane Metzker über Entwicklungen im Nahen Osten. Aber auch Migration und Rassismus gehören zu ihren Themen. Sie studierte Islamwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin im Libanon. Zusammen mit Ali Can war sie an der Planung für den Hashtag #MeTwo beteiligt.

Tamar Kakulia studierte Public Administration mit Schwerpunkt Non-Profit-Management an der Georgia State University in Atlanta. In der Vergangenheit arbeitete sie für internationale Entwicklungs- und Geberorganisationen und absolvierte Trainings in den Bereichen Medienmanagement, Projektmanagement, Journalismus und E-Learning. Seit 2017 arbeitet sie für die DW Akademie und hat die Umsetzung eines Media-Viability-Projekts in Georgien koordiniert.

Mehr als acht Millionen Menschen sehen regelmäßig die gesellschaftskritische Jugendsendung „Shababtalk“, die Jaafar Abdul Karim im arabischen Programm des deutschen Auslandssenders DW moderiert. Der 1981 in Liberia geborene mehrfach ausgezeichnete Journalist diskutiert mit seinen Gästen auch eher sensible Themen wie außerehelichen Sex oder die Gleichstellung von Frauen und Männern, über die in den Medien in der arabischen Welt nicht offen gesprochen wird. Während der Flüchtlingskrise wurde der arabisch sprechende Journalist zu einem Vermittler zwischen Geflüchteten, Gesellschaft und Politik.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der taz Panter Stiftung mit der DW Akademie und ist Teil der Reihe „Media Freedom Talks – Zukunftsgespräche zur Medienentwicklung“, eine Initiative der DW Akademie mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Mit Projekten der Medienentwicklung ist die DW Akademie weltweit im Einsatz für Presse- und Meinungsfreiheit, unterstützt unabhängigen Journalismus und setzt sich für die Teilhabe von Minderheiten, jungen Menschen und Frauen ein.

Bild: Donata Künßberg