Was fehlt …: … das Online-Banking
Die USA haben 1,7 Milliarden Dollar (1,5 Millarden Euro) an den Iran als Barzahlung geleistet. Die Gelder waren wegen der Sanktionen gegen das Land bisher gesperrt gewesen. Allein 400 Millionen Dollar wurden mit einem Flugzeug überbracht. Ob für den Gesamtbetrag eine ganze Flugzeugflotte von Nöten war, ist nicht bekannt.
Geldgeschäfte in Dollar sind mit dem Iran derzeit wegen eines US-Gesetzes verboten, deshalb wurde der Betrag zuerst in die Schweiz und andere Länder geflogen, wo er in Franken und Euro gewechselt wurde. Von dort aus ging es dann weiter in das Zielland. Die altertümlich anmutende Odysee der Geldscheine erinnert an längst vergangene Zeiten: Wurden im Wilden Westen früher noch Goldbarren in Eisenbahnwaggons transportiert, wird heute das Geld paketeweise durch die Gegend geflogen. Nur Überfälle auf die kostbare Fracht sind etwas schwieriger geworden.
Pikant wird die Meldung über die Geldübergabe, weil ungefähr zur selben Zeit vier US-Bürger aus iranischer Haft entlassen wurden. Was schwer nach Lösgeldzahlung riecht, wurde aber umgehend vom Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, dementiert. (ap/taz)
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