PRESS-SCHLAG: Toupierbürste gegen Yips
■ Das Wundermittel des Golfprofis Bernhard Langer
Während der „Spiegel“ noch Anfang dieser Woche unkte, der Profi-Golfer Bernhard Langer habe die rästelhafte Golfer –Krankheit „Yips“ und sei weg vom Fenster, holte der Sportler am vergangenen Dienstag kurz vor Beginn der „Internationalen Deutschen Golfmeisterschaften“, die er zu gewinnen gedenkt, zum mehrschichtigen Gegenschlag aus.
Im Nobel-Hotel „Interconti“ in Frankfurt präsentierte er sich zwar als kranker Mann, nicht aber als zitterndes Psychowrack, dem bei jedem Putt die Hände beben. Er brachte den Arzt und ehemaligen Mittelstreckenläufer Thomas Wessinghage mit, der über den Zustand der Bandscheibe seines Schützlings referierte.
Zur Seite stand den beiden der Olympiasieger in der Nordischen Kombination von 1960, Georg Thoma. Sie alle sahen Hoffnung für die Zukunft des höchstdotierten bundesdeutschen Golf-Profis, der es geschafft hat, daß auch so dröge, dickliche Entertainer wie Mike Krüger von Golf schwärmen und vom Fußballplatz zum neuen „Volkssport“ desertierten.
Die Hoffnung ist gekoppelt an einen Beratervertrag, den Langer mit einer Firma abschließt, die ein gar merkwürdiges Gerät produziert, einen „Dermapunktur-Roller“. Der erinnert an eine runden Toupierkamm mit Schraubenziehergriff und rollt zwecks Durchblutung derselben über die Haut. Bisher hüpften für dieses Gerät sportive Damen in Postversand –Prospekten herum und empfahlen „Cellulitis einfach wegrollen“. Mit Langer geht's voran: in Sportgeschäfte, Sanitärhäuser, Drogerien, Apotheken. Irgendwann soll das Ding dann auch noch auf Rezept zu bekommen sein. Vielleicht ist es ja tatsächlich besser als Aerobic, Bodybuilding, Jogging und sonstiger Graus.
Heide Platen
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