Foyer Robert-Havemann-Saal, Berlin

Sumud: Existence is Resistance

Wenn Gärtnern zur Widerstandskraft wird. Lubna, Nawras, Rasha, Samia und Tufa leben in der Westbank im Dorf Al-Walajah. Der Ort stößt im Osten und Süden an israelische Siedlungen und wird im Norden durch die sogenannte grüne Linie begrenzt. Diese geht auf die Waffenstillstandslinie von 1949 und die Demarkationslinie von 1967 zurück. Die Palästinenser*innen sehen in ihr den möglichen zukünftigen Grenzverlauf bei einer Zweistaatenlösung. A, B und C, das sind die Kategorien, in die das palästinensische Autonomiegebiet nach dem 2.Osloer Abkommen eingeteilt wurden. A steht für eine palästinensische Administrativ- und Sicherheits-verwaltung, bei B verantworten Palästinenser*innen die Behörden und Israel*innen die Sicherheit und in C liegt die Administration und Sicherheit bei Israel. Für Al-Walajah bedeutet das: Der Dorfkern ist Kategorie B, die Nutzflächen gehören zu C. Für diese Gebiete müssen bei Bau- oder Renovierungsarbeiten Anträge bei den israelischen Behörden gestellt werden, die jahrelang dauern und meistens nicht genehmigt werden. Für Al-Walajah bedeutet das in der Realität: Die für den Ort nutzbare Landfläche verringert sich von 18 km² auf 0,5km² und die Menschen im Dorf werden immer weniger. Das verursacht in allen Alltagsbereichen schwerwiegende Einschränkungen: Der Zugang zu Bildung, Arbeit und medizinischer Versorgung ist im wahrsten Sinne des Wortes begrenzt, die Menschen sind isoliert. Neun Frauen in Al-Walajah wollten das nicht tatenlos hinnehmen. Sie fanden und finden in ihren Gärten ihre Widerstandskraft – Sumud – die sie den Alltag hinter Mauern überstehen lässt. Die Foto-Ausstellung bietet Einblicke in das Leben der Frauen in diesem begrenzten Gebiet und zeigt in eindrucksvollen Bildern, die von ihnen bewirkten Veränderungen. Denn diese „changemaker“ geben ein Beispiel dafür, wie man Hürden umgehen und überwinden kann.

Ein Projekt der KURVE Wustrow im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei.