Cafe Noir, Karlsruhe: Selbstorganisierung im Stadtteil – statt Feigenblatt der Linksliberalen

Die wochenlange Debatte um die Regierungsbildung hat einmal mehr gezeigt, dass es kaum noch eine relevante radikale Linke gibt. In den Tagen und Wochen nach der Kemmerich-Wahl sah es auch ein großer Teil der antifaschistischen Linken als ihre wichtigste Aufgabe an, vor den Parteizentralen von FDP und anderen bürgerlichen Parteien ihren Protest auszudrücken.

Dabei wurden sie zum linken Flügel einer linksliberalen Bewegung, die natürlich aus guten Gründen Interesse daran hat, dass die AfD aus dem Machtspiel ausgeschlossen bleibt. Das gibt den Linksliberalen größere Machtoptionen.

Warum beteiligt sich aber auch ein nicht unwesentlicher Teil der radikalen Linken dran?

Wird nicht, wie schon der Linkskommunist Amadeo Borgida erkannte, ein Teil der radikalen Linken ins bürgerlicher Lager gezogen, wenn man sich nur auf den Kampf gegen einen angeblich bevorstehenden neuen Faschismus konzentriert?

Das sind einige der Fragen, die der Journalist Peter Nowak auf der Veranstaltung zur Diskussion stellen wird.

Er wird auch begründen, warum mehr für einen Kampf gegen rechts getan wird, wenn linke Gruppen und Einzelpersonen den Fokus ihrer Arbeit auf die Organisierung in den Stadteilen, Schulen, Universitäten und an den Arbeitsplätzen legen.

Einige der in den letzten Jahren entstandenen solidarischen Netzwerke in verschiedenen Ländern, die mit dieser Organisierung begonnen haben, kommen in dem von Peter Nowak und Matthias Coers herausgegebenen Buch „Umkämpftes Wohnen – neue Solidarität in den Städten“ (https://umkaempftes-wohnen.de) zu Wort.

Der Journalist Peter Nowak (http://peter-nowak-journalist.de) publiziert in verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen.