Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg, Stuttgart

Rosa Luxemburg: «Ich habe verfluchte Lust, glücklich zu sein». Neujahrsempfang der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Wir laden alle Kooperationspartner*innen, Freund*innen, Kolleg*innen und alle an unserer Bildungsarbeit Interessierten herzlich ein zu unserem Neujahrsempfang.

Im Mittelpunkt des Abends wird unsere Namensgeberin Rosa Luxemburg stehen - der Mensch Rosa Luxemburg, die Naturbetrachterin und Poetin, die, als Kriegsgegnerin von Anfang 1915 bis zum Kriegsende am 9. November 1918 inhaftiert, im Gefängnis ihre Menschlichkeit und ihren revolutionären Humanismus behielt, ein Humanismus, der nicht nur die menschliche Gattung einschloss, sondern noch in Zeiten eigener größter Not mit der erniedrigten Kreatur, dem geschlagenen Stier im Gefängnishof, mitzufühlen («O, mein armer Büffel, mein armer, geliebter Bruder, wir stehen hier beide so ohnmächtig und stumpf und sind nur eins in Schmerz, in Ohnmacht, in Sehnsucht»)  und dem Gesang der Vögel («Nur dem rohen Ohr eines gleichgültigen Menschen ist ein Vogelgesang immer ein und dasselbe. Wenn man die Tiere liebt und für sie Verständnis hat, findet man große Mannigfaltigkeit des Ausdrucks, eine ganze Sprache») deren Sprache abzulauschen vermochte.

Der Stuttgarter Sprecher und Musiker Oliver Dermann (Mitglied des Sprecherensembles der Akademie für gesprochenes Wort) liest aus den Briefen Rosa Luxemburgs und stellt die manchen unbekannten Seiten einer Person vor, die mehr war als eine Politikerin und Theoretikerin - nämlich zuallererst ein höchst empfindsamer, mitfühlender und verletzlicher Mensch. Musikalisch belgeitet wird die Lesung durch die Flötistin Birgit Maier-Dermann und den Gitarristen Günther Schwartz (http://www.duoconanimo.de).

Nach der Lesung wollen wir uns Rosa Luxemburg auf andere Weise annähern. Wir zeigen die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung geförderte Dokumentation «Rosa Luxemburg - Der Preis der Freiheit». Hundert Jahre nach dem grausamen Mord an Rosa Luxemburg erzählt die Dokumentation von dem Leben und den Idealen der großen Sozialistin. Ihre berühmte Aussage «Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden» hat schon die Proteste der Bürgerbewegung der DDR inspiriert und bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. Der Film führt an die wichtigsten Lebensorte von Rosa Luxemburg, zeigt im animierten Graphic-Novel-Stil Zeichnungen der jungen britischen Künstlerin Kate Evans unterschiedliche Lebensphasen der Revolutionärin. Erzählungen zahlreicher Persönlichkeiten wie der Regisseurin Margarethe von Trotta, der Historiker Jörn Schütrumpf und Holger Politt, der polnischen Kunsthistorikerin Dorota Sajewska, der brasilianischen Biografin Isabel Loureiro und der Politiker Sahra Wagenknecht und Gregor Gysi liefern einen detaillierten Einblick in das facettenreiche Leben der mutigen großen Dame der sozialistischen Bewegung.

Und natürlich wollen wir mit Ihnen und euch ins Gespräch kommen, unsere Projekte für das Jahr vorstellen und Anregungen von Ihnen/euch für unser Bildungsprogramm bekommen.