Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung

Rechtspopulismus: Die neue Normalität!?

Vor dem Hintergrund des Aufstiegs der AfD lohnt sich die Auseinandersetzung mit den Diskursen der neuen Rechten und deren Vernetzung aus europäischer Perspektive. Bereits in den 1980er Jahren formierten sich rechtspopulistischen bzw. -extremistischen Parteien in West- und Mitteleuropa als Reaktion zur Globalisierung und der Vertiefung der europäischer Integration jenseits des politischen Establishments und forderten ein Zurück zum "Volk". Es folgten auf die Wahlerfolge der Freiheitlichen in Österreich und der Front National bald die der italienischen Lega Nord, der belgischen Vlams Blok und der dänischen Folkeparti sowie später der List Pim Fortuyn in den Niederlanden. Der Vormarsch der Rechtspopulisten ist längst nicht gestoppt. Vielmehr können wir heute von einer Phase der Konsolidierung und von einer neuen Normalität sprechen. Charisma, Stärke und Status bestimmen die politische Auseinandersetzung heute mehr denn je. Die "Wahrheit" der Populisten wird zur Zerreißprobe der "Meinungen" der Demokraten. Vor dem Hintergrund des Erstarkens der rechtspopulistischen Diskursen und Parteien widmet sich dieser Workshop zu folgenden Fragen: Wie können wir diese Entwicklungen im historischen Kontext verstehen und sie auf der Grundlage von soziokulturellen und ökonomischen Veränderungsprozessen erklären? Was ist Populismus, was sind seine Inhalte und Methoden? Worin bestehen die Diskurse der Rechtspopulisten und worin sind ideologische Unterschiede erkennbar? Und schließlich: Worin besteht das Risiko des Scheiterns des europäischen Projektes? Wir gehen diesen Fragen anhand von Fallbeispielen, Arbeitsgruppen, Experteninputs, Filmen und Diskussionen nach. Diese Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.