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Nahverkehrsatlas von Agora VerkehrswendeWo Bus und Bahn gut erreichbar sind

Drei Viertel der Menschen in Deutschland sind gut an den Nahverkehr angebunden. Wo aber läuft es noch nicht so? Eine Analyse nennt Regionen und Zahlen.

dpa/taz | Die Denkfabrik Agora Verkehrswende sieht 21 Millionen Menschen in Deutschland und damit rund ein Viertel der Bevölkerung schlecht oder gar nicht vom öffentlichen Nahverkehr versorgt.

Für rund 5,6 Millionen von ihnen erreiche das Angebot nicht einmal die niedrigste Güteklasse, heißt es im neuen ÖV-Atlas von Agora Verkehrswende. Betroffen sei vor allem die Bevölkerung in eher ländlichen Regionen.

Ein gutes Grundangebot stellt aus Sicht des Berliner Thinktanks eine etwa 250 Meter vom Wohnort entfernte Haltestelle dar, an der werktags alle halbe Stunde ein Bus abfährt.

Die am schlechtesten versorgten Menschen seien auf das Auto angewiesen. Betroffen seien vor allem Gemeinden in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie in Bayern außerhalb der Ballungsräume.

Frankfurt, Stuttgart und München sind gut versorgt

Etwa 30 Millionen Menschen seien sehr gut oder gut mit Bus und Bahn versorgt. Diese Gruppe lebe überwiegend in großen Städten oder deren Umgebung. In Großstädten mit mehr als 100.000 Ein­woh­ne­r:in­nen habe Frankfurt am Main das beste Angebot. Dicht dahinter folgen in der Analyse von Agora Verkehrswende Stuttgart, München, Karlsruhe, Düsseldorf und Darmstadt.

Ab Januar 2027 kostet das Deutschlandticket voraussichtlich 66,80 Euro, haben Jour­na­lis­t:in­nen des WDR errechnet

Bei den Landkreisen schnitten Verdichtungsränder der Metropolen wie der Landkreis München und die Region Hannover am besten ab, bei den Flächenländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Rheinland-Pfalz biete das beste Gleichgewicht zwischen dem Angebot in städtischen und ländlichen Regionen. Dagegen gebe es in Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ein großes Gefälle zwischen starken Zentren und dünn erschlossenen Flächen.

Derweil hat der WDR errechnet, wie teuer das Deutschlandticket, das bundesweit im Nahverkehr gültig ist, im nächsten Jahr voraussichtlich sein wird. Erstmals wird der Preis dafür nicht rein politisch festgelegt, sondern anhand einer komplizierten Formel kalkuliert. In die Formel fließen zum Beispiel die erwarteten Energie- und Personalkosten der Verkehrsbetriebe ein.

Die Jour­na­lis­t:in­nen des WDR kommen anhand der Formel auf einen monatlichen Preis von 66,80 Euro ab Januar 2027 – also eine Preissteigerung um 6,1 Prozent im Vergleich zum aktuellen Monatspreis. Anfang August hatten der Tagesspiegel und die Deutsche Umwelthilfe ihrerseits Berechnungen vorgelegt.

Diesel verteuert das Deutschlandticket

Die DUH hatte 66,40 Euro errechnet und angemahnt, dass steigende Preise des fossilen Kraftstoffs Diesel auch das Nahverkehrsticket verteuerten – ein unglücklicher Zusammenhang angesichts der Tatsache, dass das Deutschlandticket gerade klimafreundliche Alternativen zum fossilen Autoverkehr zugänglich machen soll.

Der WDR gab nun an, die Berechnung der Umwelthilfe „überprüft, nachgerechnet und mit neuen Daten ergänzt zu haben“.

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