Aufsturz, Berlin-Mitte

Für eine atomwaffenfreie Welt ins Gefängnis?

Am 7. Juli war es genau zwei Jahre her, dass 122 Staaten bei den Vereinten Nationen den Atomwaffenverbotsvertrag beschlossen haben. Anlässlich des Jahrestages fand letztes Wochenende in Zusammenarbeit mit ICAN und der IPPNW das Aktionsfestival für das Atomwaffenverbot am Fliegerhorst Büchel statt. Noch immer sind hier US-Atomwaffen stationiert, noch immer trainieren hier deutsche Bundeswehrpilot*innen den Atombombenabwurf und noch immer ist Deutschland ein Teil der nuklearen Bedrohung.

Doch wie gestaltet man Protest gegen Atomwaffen? Wie kann man sich positionieren und einsetzen für eine friedvollere und atomwaffenfreie Welt? Welche Protestformen es gibt – und wie zielführend diese sind – hinterfragen wir in einem Gespräch mit der Friedensaktivistin Clara Tempel und ICAN Vertreter*innen.

Clara Tempel hat 2016 im Protest die Startbahn des Atomwaffenlagers Büchel besetzt, woraufhin sie vor Gericht zu 30 Tagessätzen wegen Hausfriedensbruchs verurteilt wurde. Medienwirksam wurde ihre Kritik an den Atomwaffen besonders dadurch, dass Clara freiwillig sieben Tage eine Ersatzfreiheitsstrafe im Jugendgefängnis Hildesheim abgesessen hat: „Wenn Gefängnisse keine Orte mehr sind, die uns Angst machen, können wir ganz frei entscheiden, welche Aktionen wir für richtig halten im Kampf für eine atomwaffenfreie und gerechtere Welt“ (Clara Tempel 2019).

Gerne möchten wir dies und die Erlebnisse des diesjährigen Aktionsfestivals in Büchel am Freitag in der Talkrunde aufgreifen und mit euch kontrovers diskutieren.

Kommt vorbei, tauscht eure Erfahrungen oder Anregungen aus und lasst uns gemeinsam einen bunten Abend rund um das Thema Protest gestalten.