Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal, Berlin

Frankreich im April 2019. Der Protest der Bewegung der Gelbwesten dauert an!

Die Gelbwesten haben mit ihrem langandauernden sozialen Ungehorsam und ihren überraschenden Aktionen das Macron Regime verunsichert und den Polarisierungsprozess der französischen Gesellschaft vorangetrieben. Trotz brutaler Polizeigewalt, schwerster Verletzungen und verschärfter Kriminalisierung lassen die Gelbwesten nicht locker. Sie sind immer noch sichtbar und handlungsfähig. Inzwischen hat sich das Spektrum der politischen und sozialen Bewegungen erweitert: Die Frauenbewegung, die ökologische und die militante Gewerkschaftsbewegung stehen nicht mehr abseits. Auf der anderen Seite formiert sich die Macronie mehr und mehr zu einem autoritären Neoliberalismus, zu einer Demokratur. Gleichzeitig aber entfaltet sich der Demokratisierungsprozess in allen Bereichen der Gesellschaft.

Was wir in Deutschland kaum zur Kenntnis nehmen: Seit Wochen demonstrieren Zehntausende Algerier auch gegen „die Macht“ und für ein anderes politisches System; der Rücktritt von Präsident Bouteflika wird sie nicht zurückhalten, die Proteste fortzusetzen. Gibt es vergleichbare Forderungen und Organisationsformen in Frankreich und in Algerien?

Willi Hajek informiert über den neusten Stand der Bewegung in Frankreich.

Lila Boutaiba gibt einige Einblicke in die algerische Bewegung.

Moderation: Renate Hürtgen

Finanziert von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt