England/Irland - Brexit

Programm der Reise

vom 12. bis 21. Mai 2019

Diese Britten sind gegen den Brexit Bild: AP

1. Tag - London

Nach dem Einchecken im Hotel und dem Abendessen wird es eine Vorstellungsrunde geben und das Programm erläutert. Im Anschluss wird es einen Einführungsvortrag zur Geschichte und Gegenwart des Brexits geben. Danach steht der Rest des Abends zur freien Verfügung.

2. Tag – London

Wir beginnen in der Hauptstadt und informieren uns über den aktuellen Stand bei Parlamentsabgeordneten, bei einem Professor der Wirtschafts- wissenschaften und bei einem Vertreter einer NGO. Der Abend ist zur freien Verfügung.

Kampagne gegen den Brexit in London Bild: Ronnie Golz

3. Tag – London – Fahrt nach Boston, Lincolnshire

Vormittags wollen wir uns mit einem Vertreter der britischen Fischereiindustrie treffen. Nach dem Mittagsessen fahren wir von London nach Boston in der Grafschaft Lincolnshire. Die Kleinstadt in der Grafschaft Lincolnshire lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Gerade dieser Wirtschaftszweig ist bisher sehr stark auf Erntehelfer aus der EU angewiesen gewesen. Viele haben ihre Familien nachgeholt und Boston zu ihrer neuen Heimat gemacht. Die Folgen für das Gesundheits- und Schulwesen in Boston waren enorm. Am Abend wollen wir individuell das Gespräch über Brexit in verschiedene Pubs der Stadt suchen.

4. Tag – Boston (Lincs)

Wir werden uns am Vormittag mit einem Labourabgeordneten des Stadtparlaments zum Gespräch treffen. Der Streit zwischen Brexitern und Remainern findet auch innerhalb der Labour Party statt.

Polnisches Lebensmittel-Geschäft in Boston Bild: Ronnie Golz

Am Nachmittag besuchen wir einen Bauernhof in der Umgebung von Boston, wo wir über die Probleme der Beschaffung von Saisonarbeitern nach Brexit sprechen wollen. Am Abend können weitere Recherchen in den Pubs der Stadt durchgeführt werden.

5. Tag – Stoke-on Trent, Staffordshire

Nach dem Frühstück geht es weiter nach Stoke-on-Trent. Mit dem Niedergang der Töpfereiindustrie und den Bergwerken verarmte Stoke. Die Bevölkerung empfindet sich seitdem von London verlassen. Hier dürfte die hohe Zustimmung zu Brexit als Protestwahl begriffen werden. In Stoke wollen wir mit einem konservativen Stadtabgeordneten und mit einem Vertreter der örtlichen Wirtschaft über die Perspektiven für die Stadt sprechen.

Stoke-on-Trent teilt das Schicksal vieler Regionen deren ehemaligen Industrien weggebrochen sind. Bild: Archiv

6. Tag – Liverpool

Die Reise geht nun zur Hafenstadt Liverpool, wo wir am Abend einen Flug nach Belfast (Nordirland) nehmen. Nach der Ankunft wird es einen 'Magical Mystery Tour' zu den Orten der Beatles und deren Lieder geben. Nach dem Mittagessen wollen wir das Gespräch mit einem Vertreter einer Umweltgruppe führen. Im Anschluss Freizeit, Abendessen und Fahrt zum Flughafen. Um 20:40 Uhr Flug nach Belfast.

Ankunft in Belfast um 21:30 Uhr. Transfer zum Hotel. Danach für diejenigen, die noch fit sind, betreutes Trinken in einem Pub in der Innenstadt oder im Hotel.

7. Tag – Belfast

Den Tag beginnen wir mit einer Stadtrundfahrt zu den berühmten Wandgemälden plus Einführung in Geschichte Nordirlands durch Bill Rolston, der die Wandgemälde seit fast 40 Jahren dokumentiert und vier Bücher dazu herausgegeben hat.

Am Nachmittag ein Gespräch mit Danny Morrison über die Frage, ob der Brexit den Frieden in Nordirland gefährdet. Morrison, der heute als Schriftsteller arbeitet, war in den 70er Jahren in Long Kesh interniert und wurde nach seiner Freilassung mit 22 Jahren Chefredakteur der Sinn-Féin-Zeitung Republican News. 1982 wurde er Pressesprecher von Sinn Féin. Von 1982 bis 1986 war er Abgeordneter im nordirischen Regionalparlament.

Vor dem Abendessen im Restaurant bleibt noch Zeit für individuelle Erkundungen in der Innenstadt.

Wandgemälde in Derry mit Bernadette Devlin, Bürgerrechts-Aktivistin und 1969–1974 sozialistische Unterhaus-Abgeordnete in London Bild: Stefan Backes

8. Tag – Derry

Nach dem Frühstück treffen wir Tommy McKearney, Gewerkschafter und Sozialist, ehemaliges IRA-Mitglied und Hungerstreikender. Er ist für den Brexit aus linker Perspektive eingetreten (siehe taz vom 30.5.2016). Wir sprechen mit ihm über die Zukunft Nordirlands nach dem Brexit. Danach gibt es eine Gelegenheit zum Lunch auf der Falls Road.

Am Nachmittag fahren wir nach Derry (anderthalb Stunden), das direkt an der Grenze zur Republik Irland liegt. Von einer komplett erhaltenen Stadtmauer können wir auf die Stadt hinunterschauen. Hier treffen wir den Journalisten und Friedensaktivisten Eamonn McCann oder den Musiker Joe Mulheron, der die Musik-Kneipe „Sandino’s Café“ betreibt. Nach dem Abendessen gehen wir in seinen Sandino Pub.

9. Tag – Dublin

Nach dem Frühstück geht es entlang der Grenze mit der Republik Irland zur Kleinstadt Pettigo (eine gute Stunde). Unterwegs können wir uns eine Pause in der Grenzstadt Strabane. Die Straße verläuft ziemlich parallel zur Grenze, die vom Fluss Termon gebildet wird; einige Straßenabschnitte liegen aber auch auf der anderen Seite des Flusses, also in der Republik Irland. Pettigo selber wird vom Termon geteilt. Der in Nordirland liegende Teil heißt offiziell Tullyhommon, wird aber von den Bewohnern High Street genannt.

Die bunte Seite von Dublin Bild: Frank Seidel

Lunch nehmen wir in Pettigo im Termon Complex ein und sprechen danach mit PJ McBarron, der im Complex arbeitet, über den geteilten Ort und die Veränderungen in Pettigo seit dem Friedensprozess. Danach trinken wir eine Tasse Kaffee in Britton’s Bar direkt auf der Grenze und fahren schließlich weiter über Enniskillen nach Dublin (rund drei Stunden).

10. Tag – Ende in Dublin

Am Vormittag unternehmen wir einen Stadtspaziergang - mit Gelegenheit zum Lunch. Danach reden wir im Lehrer-Gewerkschaftsclub über die Brexit-Folgen für Irland mit der Abgeordneten Joan Collins oder dem Stadtverordneten Brendan Young (People Before Profit).

Ab 16 Uhr verabschieden wir uns voneinander.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 23.11.2018