FHXB Museum, Berlin : Empört Euch? Das tun wir schon lange!

Nach dem Ende des Indochinakriegs 1954 ging Thúy Nonnemann mit ihrer Familie von ihrem geliebten "Dorf der Kokosnüsse" im Norden Vietnams in den Süden, wo sie als unerwünschte Flüchtlinge galten. Thúy besuchte das französische Gymnasium in Saigon und studierte an der dortigen Universität französische und englische Literatur und Philosophie. Sieben Jahre lang war sie Stewardess bei Air Vietnam, wohnte aber in Paris. Im heißen Jahr 1968 ging sie nach Berlin. Neben ihrem Beruf war sie ehrenamtlich für die Berliner Ausländerbeauftragte tätig, bis heute engagiert sie sich für die Arbeit mit Gefängnisinsassen, gibt Kurse als Dozentin für interkulturelle Kompetenz und ist neben ihrem Wirken in verschiedenen Beiräten seit 2005 Mitglied der Härtefallkommission des Senats. Thúy Nonnemann hat die erste Welle einer Willkommenskultur in der Bundesrepublik miterlebt: die Rettung und Aufnahme der vietnamesischen Boat People Mitte der 70er Jahre und dann in den 90ern die schwierige Situation der ehemaligen Vertragsarbeiter_innen nach dem Ende der DDR. Ihre Lebensgeschichte führt auf vielen Pfaden an historische Knotenpunkte unserer Einwanderungsgesellschaft - an Versäumtes und an Gelingendes.


Die Veranstaltung wird mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin realisiert.