aquarium am Südblock, Berlin

Die linke Geschichte von ‘89

Der „Fall“ der Berliner Mauer vor fast dreißig Jahren war eine Zäsur in der deutschen Geschichte. Mit ihm war das Ende der SED-Herrschaft absehbar und nicht einmal ein Jahr später wurde die DDR der BRD einverleibt. Die Bürgerrechtsbewegung war damit am Ziel – zumindest sagt dies die offizielle Geschichtsschreibung, deren Narrativ Schulbücher und Jubiläumsfeiern gleichermaßen dominiert. Dabei wird aber die „linke Geschichte“ der Revolution von 1989 gerne übergangen und unsichtbar. Denn entgegen der offiziellen Lesart gab es auch linke und linksradikale Strömungen in der DDR-Oppositionsbewegung. Längst nicht alle hatten das Ziel, die DDR abzuschaffen und sich dem kapitalistischen Westdeutschland zu "unterwerfen". Im Gegenteil, seit dem frühen Herbst 1989 entstanden zahlreiche basisdemokratische Initiativen im Osten, die für einen undogmatischen Sozialismus und „ein offenes Land mit offenen Menschen“ stritten. In diesem Seminar wollen wir uns diesen Strömungen nähern. Gemeinsam werden wir an zwei Leitfragen arbeiten: Erstens, inwieweit linke und linksradikale Strömungen an „1989“ beteiligt waren, was ihre Motive waren und wie sie mit anderen Teilen der Bewegung zusammengearbeitet haben. Zweitens, welche Lehren wir für heutige Politik in Ost und West aus den Erfahrungen von damals ziehen können. Im Mittelpunkt des Seminars steht ein Zeitzeug*innengespräch mit Aktivist*innen von damals. Angefragt sind Mitgründerinnen der Initiative für Unabhängige Gewerkschaften (IUG) und des Revolutionären Autonomen Jugendverbands (RAJV). Das Seminar richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 17 und 27 Jahren.

Teilnahme kostenfrei. Anmeldung erforderlich unter https://programm.bildungswerk-boell.de/index.php?kathaupt=11&knr=19-0313&kursname=Die+linke+Geschichte+von+89&katid=0#inhalt Realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin